Reiserecht Reederei muss bei Feuer an Bord Schadensersatz zahlen

Tragisches Ende einer Norwegen-Kreuzfahrt: Die "Nordlys" musste nach einem Feuer evakuiert werden, zwei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Alle Passagiere dagegen wurden in Sicherheit gebracht - sie können nun einen erheblichen Teil des Reisepreises zurückerhalten.


Kempten - Sämtlichen Passagieren des Kreuzfahrtschiffs "Nordlys" steht nach dem Brand im Maschinenraum Schadensersatz zu. Es handle sich um einen Reisemangel und das Verschulden liege in diesem Fall klar bei der Reederei, sagte Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten. "Ein technischer Defekt ist immer Betriebsrisiko, nie höhere Gewalt."

Deshalb bekommen Passagiere für die Tage, um die sich die Kreuzfahrt verkürzt, den Anteil des Reisepreises zurückerstattet. Zusätzlich stehe ihnen für diese Tage Schadensersatz in voller Höhe des Tagespreises zu, sagte Führich - für "vertane Urlaubszeit". Schadensersatz für Sach- und Personenschäden sei gemäß des Seerechts gedeckelt - sofern dem Personal keine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Für Schäden am Kabinengepäck zum Beispiel bekommen Passagiere maximal 2045 Euro.

Für die Passagiere, die in Ålesund sitzen, müsse die Reederei die Rückreise organisieren und bezahlen. Führich riet dringend davon ab, auf eigene Faust die Heimreise zu organisieren. Dann erhielten Reisende nur in Ausnahmefällen das Ticket erstattet.

Auf der "Nordlys" der Reederei Hurtigruten war am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Mindestens zwei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, weitere wurden verletzt. Sämtliche 202 Passagiere konnten nach Angaben der Reederei sicher an Land gebracht werden.

sto/dpa



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