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18. August 2004, 06:44 Uhr

Reiserecht

Veranstalter haftet nicht für alle Ausflugsunfälle

Ein Ausflug auf ägyptischen Gewässern endete mit Schrecken: Auf dem Boot brach ein Feuer aus, die Passagiere erlitten Rauchvergiftungen und Brandblasen. Ihnen stehe Schadenersatz zu, meinten sie und verklagten den Pauschalreise-Veranstalter.

Bad Homburg/Frankfurt/Main - Doch Pauschalreise-Veranstalter können nicht ohne weiteres haftbar gemacht werden, wenn es während eines Ausflugs am Urlaubsort zu einem Unfall gekommen ist, entschied das Amtsgericht Bad Homburg. Wenn zum Beispiel ein Bootsausflug bei einem lokalen Anbieter gebucht wurde und die Reiseleitung das Angebot nur vermittelt hat, ist eine Haftung ausgeschlossen. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Frankfurt in ihrer Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Die Kläger hatten in Ägypten einen Ausflug mit einem Boot gemacht, auf dem Feuer ausbrach. Sie verklagten den Reiseveranstalter unter anderem wegen einer Rauchvergiftung und Brandblasen auf Schadenersatz. Der Ausflug sei jedoch nicht Teil des Reisevertrages gewesen, entschied das Gericht, und wies die Klage ab. In einem entsprechenden Informationsblatt zu den Ausflügen sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die Reiseleitung bei der Buchung zwar behilflich ist, die Verantwortung für die Touren aber nicht beim Veranstalter liegt.

Amtsgericht Bad Homburg, Aktenzeichen: 2 C 105/04 [15]

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