Reiserecht Viel Kohle, kein Sand

Karibik ohne Strand ist wie ein Golfplatz ohne Löcher - so oder so ähnlich urteilte auch ein deutsches Gericht. Wer einen Urlaub in einem Strandhotel in der Karibik bucht, kann erwarten, dass der Badestrand auch verfügbar ist.


Duisburg/Wiesbaden - Sollte der Badestrand nicht genutzt werden können, stellt das bei einem Karibikurlaub eine erhebliche Beeinträchtigung dar. Das Amtsgericht Duisburg entschied, dass in solchen Fällen eine Minderung des Reisepreises um 20 Prozent gerechtfertigt sei. Das gelte auch dann, wenn die Ursache dafür ein Hurrikan und somit höhere Gewalt ist, berichtet die von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden herausgegebene Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Das Gericht sah es in dem Fall als erwiesen an, dass der zum Hotel gehörende Strand während der gesamten Urlaubszeit nicht zu benutzen war. Für einen Urlaub in der Karibik habe die Möglichkeit, an einem feinsandigen Strand zu baden, eine große Bedeutung. Fehlt diese Möglichkeit, sei das ein erheblicher Reisemangel, auf den der Veranstalter auch nicht extra hingewiesen werden müsse.

Amtsgericht Duisburg, Aktenzeichen 35 C 210/04



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