Reiserecht Wenn das Abenteuer im Krankenhaus endet

Wer sich in Gefahr begibt, kommt nicht unbedingt darin um, muss aber damit rechnen, Blessuren davonzutragen. Trotzdem verklagte ein Mann, der auf einer Grönland-Durchquerung schwer verletzt wurde, seinen Reiseveranstalter auf Schmerzensgeld.


München - Der Kläger vor dem Landgericht München I hatte an einer organisierten Grönland-Durchquerung mit Hundeschlitten teilgenommen und war schwer verletzt worden, als ihn eine so genannte Eiskralle, mit der die Schlitten gebremst werden, am Knie traf. Er verklagte den Reiseveranstalter auf Ersatz von rund 9000 Euro der Expeditionskosten und 6000 Euro Schmerzensgeld. Der Hundeführer sei für den Unfall verantwortlich, da dieser die Eiskralle nicht ausreichend verankert habe.

Die Richter waren anderer Meinung und wiesen in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil die Klage ab. Wer an einer Expedition teilnimmt, müsse mit Gefahren rechnen. Der völlige Ausschluss jeglicher Gefährdung der Reiseteilnehmer sei bei einer Grönland-Durchquerung nicht möglich. An der Verletzung des Mannes sei niemand schuld. Es handle sich einfach um Schicksal.



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