Reiserecht Wenn eine Abenteuerkreuzfahrt zum Seniorentreff wird

Der Katalog versprach eine Woche lang "unbeschwertes Bordleben in gleichgesinnter Clique". Doch als die beiden Abiturientinnen zur sogenannte Piratenkreuzfahrt anreisten, machten sie wohl lange Gesichter: An Bord waren nur Urlauber ab 75 Jahren.


Frankfurt/Main/Wiesbaden - Wenn ihre gebuchte "Kreuzfahrt unter Gleichaltrigen" sie auf ein reines Seniorenschiff verschlägt, können junge Leute Geld vom Reiseveranstalter zurückfordern. Auf das Urteil des Landgerichts Frankfurt weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell" hin.

Die zwei Abiturientinnen hatten Segelschiff-Kreuzfahrt in Kroatien gebucht, bei der es laut Katalog "eine Woche lang unbeschwertes Bordleben mit kleinem Gepäck in gleichgesinnter Clique" geben sollte. Die beiden jungen Frauen wurden dann aber auf einem Fährdampfer untergebracht, der sonst nur Urlauber im Alter ab 75 Jahren an Bord hatte. Sie klagten gegen den Veranstalter.

Das Gericht gab den Klägerinnen recht und urteilte, das die Reise einen schwerwiegenden Mangel bekommen habe. Die Katalogbeschreibung habe den Touristinnen versprochen, dass die Mitreisenden im Alter bis 25 Jahren seien. Dieses Leistungsversprechen sei unstreitig nicht eingehalten worden. Neben einer Reisepreisminderung um 80 Prozent bekamen die jungen Frauen auch Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden zuerkannt.

Landgericht Frankfurt, Aktenzeichen 2/24 S 15/04

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