Reiserecht Zu früh abgehoben - Airline zahlt

Bis zur letzten Urlaubsminute am Strand gelegen, den Taxifahrer zur Eile getrieben, doch zu spät. Der Flieger hatte schon Stunden zuvor einen Frühstart hingelegt. Das Amtsgericht Frankfurt entschied: Die Airline muss Ersatztickets für uninformierte Reisende zahlen.


Linienflug-Passagiere können Schadenersatz verlangen, wenn ihre Fluggesellschaft sie nicht über eine Vorverlegung des Abfluges informiert hat. Das gilt auch dann, wenn die Airline von Passagieren mit sogenannter Okay-Bestätigung verlangt, sich den Abflug 48 Stunden zuvor rückbestätigen zu lassen, schreibt die Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Im verhandelten Fall hatte eine Fluggesellschaft einen Flug von Bangkok nach Frankfurt von 23.50 Uhr am Abend auf 7 Uhr am gleichen Tag vorgezogen. Aufgrund der "Okay-Bestätigung" auf dem Flugschein sei das Unternehmen jedoch verpflichtet gewesen, die Passagiere um 23.50 Uhr in Bangkok starten zu lassen, entschied das Amtsgericht Frankfurt. Es sprach den klagenden Airline-Kunden Schadenersatz für die ersatzweise gekauften Rückflugtickets nach Frankfurt zu.

Dass von den Passagieren keine Rückbestätigung eingeholt wurde, sei rechtlich unerheblich, befand das Gericht. Wenn ein Fehlen der Rückversicherung dazu führen soll, dass ein Passagier mit "Okay-Bestätigung" seinen Beförderungsanspruch wieder verlieren kann, so müsse dies zwischen Fluggesellschaft und Passagier "ausdrücklich und unmissverständlich vereinbart werden".

Amtsgericht Frankfurt, Aktenzeichen 30 C 149/05 47



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