Reiserücktritt Versicherer dürfen detaillierte Begründung verlangen

Trotz eines ärztlichen Attests zahlt die Reiserücktrittsversicherung in manchen Fällen nicht. Wer wegen Krankheit eine Reise absagt, muss Details zu seiner Erkrankung angeben, entschied ein Gericht – selbst wenn das gegen die ärztliche Schweigepflicht verstößt.


München/Wiesbaden - Reiserücktrittskosten-Versicherungen dürfen von ihren Kunden verlangen, die ärztliche Schweigepflicht aufzuheben. Legt der Versicherte nur ein ärztliches Attest vor, ohne dabei Fragen zu den Einzelheiten seiner Erkrankung zu beantworten, kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Auf ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts München weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell" hin.

Im verhandelten Fall hatte ein Tourist eine USA-Reise kurzfristig abgesagt. Als Ursache nannte er allgemein "gesundheitliche Gründe". Er legte ein entsprechendes Attest vor, lehnte die Beantwortung weiterer Fragen zu der Erkrankung ab und forderte seine Stornokosten von der Versicherung zurück. Diese weigerte sich - zurecht, wie das Gericht entschied. Das Attest allein sei nicht aussagekräftig. Vielmehr sei der Versicherte verpflichtet gewesen, die Fragen des Versicherers zu der Erkrankung umfassend zu beantworten.

Aktenzeichen: 141 C 5735/05

Sto/gms



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