Reisesouvenirs New York bekommt ein offizielles Kondom

Die New Yorker Gesundheitsbehörde will ihre kostenlos verteilten Kondome schicker verpacken, damit diese auch wirklich mitgenommen werden. Die hochoffiziellen Metropolen-Präservative könnten zum begehrten Souvenir für Touristen werden - mit aufgedrucktem U-Bahnplan.

New York - Die New Yorker Gesundheitsbehörde plant eine Marken-Strategie für kostenlose Kondome. Damit die von der Stadt kostenlos verteilten Präservative bei den Empfängern besser ankommen und auch wirklich verwendet werden, sollen sie aufgehübscht werden. Die neueste Idee: die Verpackungen in den Farben der U-Bahnlinien gestalten und Streckenpläne aufdrucken.

Jeden Monat verteilt die Behörde rund 1,5 Millionen kostenlose Kondome. Das ist Teil einer Strategie, mit der Aids-Infektionen und die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten verhindert werden sollen. Über 100.000 New Yorker leben mit HIV, bei den unter 65-Jährigen ist Aids die dritthäufigste Todesursache.

Deswegen sollen kostenlose Präservative massiv beworben werden. Schließlich würden Markenartikel mehr genutzt als Artikel ohne Marke, sagte Thomas Frieden, der Gesundheitsbeauftragte der Stadt. Kondome schützten zwar vor Ansteckung, seien aber im entscheidenden Moment oft nicht zur Hand. Konsequenterweise lässt der Behördenleiter vor seinem Büro kostenlose Präservative auslegen. Hilfseinrichtungen und Initiativen können diese bei der Behörde bestellen und verteilen sie dann in Kliniken, Restaurants, Clubs und Gefängnissen.

Als Frieden nach seinem Amtsantritt 2002 mitbekam, dass Kliniken die kostenlose Abgabe von Kondomen an Patienten mit Geschlechtskrankheiten beschränkten, griffen er und seine Behörde ein. Es sei doch verrückt, gerade dort an Kondomen zu sparen, wo sie dringend benötigt würden, so sein Argument.

Zu hoffen bleibt, dass für die New Yorker noch genügend Kondome übrig bleiben, wenn diese in ihrer bunten New-York-Verpackung plötzlich zum begehrten Souvenir für Touristen aus aller Welt werden.

ore/AP