Reiseveranstalter Buchen zum Tageskurs

Der Luxusreisen-Veranstalter Airtours sieht sich als Vorreiter: Die TUI-Tochter schafft feste Katalogpreise ab und verkauft ihre Produkte künftig zu tagesaktuellen Tarifen.


"Ab"-Preise im Katalog geben den Kunden Orientierung: Das Reisebüro informiert über den genauen Tageskurs
GMS

"Ab"-Preise im Katalog geben den Kunden Orientierung: Das Reisebüro informiert über den genauen Tageskurs

Frankfurt/Main - Das Lesen langer Preistabellen gehört in den Katalogen von Airtours bald der Vergangenheit an. Die Kunden erfahren in den neuen Hochglanzprospekten, die vom 1. November an gültig sein werden, nur noch die Preisspannen der einzelnen Hotels. Im Internet oder im Reisebüro können sie sich dann nach dem jeweils aktuellen Tageskurs erkundigen.

Mit diesem Konzept, das die TUI-Tochter in Frankfurt jetzt vorgestellt hat, nimmt Airtours Abschied von den Katalogen in ihrer traditionellen Form. Auch der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Berlin rechnet damit, dass andere Anbieter dem Beispiel bald folgen könnten.

Kritik an den Katalogen in ihrer bisherigen Machart ist nicht neu: Zu starr und zu unflexibel sei es, bereits Monate im Voraus exakt festzulegen, was eine Urlaubsreise wann kosten wird, sagte Airtours-Sprecher Werner Claasen. "Wir können nicht in den Katalog einen Preis von 400 Euro für einen Economy-Flug nach New York nennen, und Wochen später schlägt der Kunde, der gerade buchen will, die Zeitung auf und sieht Preise von 270 Euro." Eben dieser Fall trete durch die tagesaktuellen Kurse nicht mehr ein.

Dass andere Reiseveranstalter bereits zur Wintersaison 2003/04 ebenfalls ihr System umstellen, schließt DRV-Sprecher Christian Boergen nicht aus. Im Katalog gedruckte "Ab-Preise", die nur die günstigsten Tarife nennen, böten dem Verbraucher weiterhin eine Orientierung und machten Preisvergleiche nach wie vor möglich.

Die Kunden von großen Veranstaltern wie Neckermann oder ITS müssen derzeit jedoch nicht damit rechnen, im Reisebüro erst nach aktuellen Preisen fragen zu müssen. "Wir sehen im Moment keine Alternative zum Katalog", sagt Anette Forré, Sprecherin der Rewe-Pauschalveranstalter in Köln, zu denen unter anderem ITS gehört.

"Den Kunden ist der Preisteil im Katalog wichtig", sagt auch Nina Dumbert, Sprecherin der Thomas Cook AG in Oberursel. Dies wisse das Unternehmen aus Kundenbefragungen sowie von den Reisebüro-Mitarbeitern. Denn immerhin mache der gedruckte Preisteil den Vergleich auf einen Blick möglich. Falls eine Preisanpassung nötig wird, werde das über zusätzliche Flyer kommuniziert, so Dumbert.



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