Ägypten Auswärtiges Amt rät von Reisen auf den Sinai ab

Das Auswärtige Amt hat seinen Reisehinweis für Ägypten verschärft: Touristen sollten bis auf Weiteres alle Regionen der Sinai-Halbinsel meiden. Wer vor Ort ist, soll alle Bewegungen "auf ein Minimum" reduzieren - und sich um eine frühere Abreise kümmern.

Touristenbus nach Anschlag im Badeort Taba: "Kritische" Sicherheitslage
REUTERS

Touristenbus nach Anschlag im Badeort Taba: "Kritische" Sicherheitslage


Berlin - Angesichts der Gewalt auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel rät die Bundesregierung deutschen Touristen jetzt dringend von Reisen in die gesamte Region ab. Dies gelte einstweilen auch für die Badeorte, erklärte das Auswärtige Amt in seinem jüngsten Reisehinweis. In den Gebieten fänden militärische Operationen statt, und es komme - wie zuletzt am 16. Februar in Taba - zu "terroristischen Anschlägen".

Weitere Sicherheitshinweise gelten für Reisen in das Nildelta außerhalb der Ballungszentren Kairo und Alexandria und für Reisen in das Niltal südlich von Kairo bis nördlich von Luxor. Von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara wird sogar "eindringlich" abgeraten. "Dies gilt insbesondere für die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan", schreibt das Auswärtige Amt.

Reisenden auf dem Sinai wird empfohlen, sich für eine frühere Abreise an ihren Reiseveranstalter zu wenden. "Bis dahin wird empfohlen, Bewegungen vor Ort auf ein Minimum zu reduzieren und die Anweisungen von Reiseveranstaltern und ägyptischen Sicherheitskräften unbedingt zu befolgen", heißt es in der Mitteilung.

Die Sicherheitslage auf dem Sinai sei kritisch, der Krisenstab im Auswärtigen Amt beobachte die Lage mit größter Aufmerksamkeit, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Androhung neuer Anschläge

Militante Islamisten hatten Urlaubern in Ägypten in der vergangenen Woche mit neuen Anschlägen gedroht. Ausländern war ein Ultimatum zum Verlassen des Landes bis Donnerstag vergangener Woche gestellt worden.

Armee und Polizei machen im Norden der Halbinsel seit Sommer 2013 verstärkt Jagd auf islamistische Extremisten. Vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter im Badeort Taba, der im Süden der Halbinsel an der Grenze zu Israel liegt, in einem Touristenbus eine Bombe gezündet. Er riss drei Urlauber aus Südkorea und den ägyptischen Busfahrer mit in den Tod. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistengruppe Ansar Bait al-Makdis.

In der Nacht zum Mittwoch sprengten militante Islamisten im Norden der Sinai-Halbinsel eine Pipeline in die Luft, die Gas nach Jordanien transportiert. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt, wie Sicherheitskreise in der Provinzhauptstadt bestätigten.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juli ist Ägypten nicht zur Ruhe gekommen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen Mursis Muslimbruderschaft vor, mehr als tausend Demonstranten wurden getötet. Als Vergeltung verübten Islamisten auf der Sinai-Halbinsel zahlreiche Anschläge gegen Sicherheitskräfte.

emt/dpa/AFP/Reuters



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