Reisewarnungen Auch die USA raten von Türkei-Reisen ab

Während das Auswärtige Amt es bei einem Aufruf zu höchster Wachsamkeit belässt, warnen andere Länder ausdrücklich vor Reisen in die Türkei. Nach den jüngsten Anschlägen empfehlen auch die USA und Dänemark, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.


Berlin/Hamburg - Das Auswärtige Amt in Berlin sieht keine Veranlassung, ausdrücklich von Reisen in die Türkei abzuraten. In seiner Liste von derzeit lediglich neun Ländern, für die solche Reisewarnungen gelten - darunter Irak -, kommt das Land am Bosporus nicht vor. Andere europäische Länder und die USA warnten am Freitag hingegen vor Türkei-Reisen oder mahnten, wie allerdings auch das Auswärtige Amt, zu besonderer Vorsicht.

Berlin rät Türkei-Reisenden zu "höchster Wachsamkeit" und fordert dazu auf, "größere Menschenansammlungen zu meiden" beziehungsweise "bis zur Klärung der Lage nicht unbedingt erforderliche Reisevorhaben nach Istanbul aufzuschieben".

Bisher hatten die britische und die spanische Regierung Reisewarnungen für die Türkei herausgegeben. Am Freitag warnte das britische Außenministerium zusätzlich vor weiteren Terroranschlägen in der Türkei. "Wir haben Informationen darüber, dass weitere Anschläge verübt werden könnten", teilte das Ministerium mit.

Die USA warnten ausdrücklich vor Reisen in die Türkei. In einer Erklärung des US-Außenministeriums in Washington hieß es, das "Potenzial für Gewalt und terroristische Aktionen gegen US-Bürger und US-Interessen" bestehe fort. US-Amerikanern wird empfohlen, auf nicht unbedingt notwendige Reisen in die Türkei derzeit zu verzichten.

Das dänische Außenministerium riet ebenfalls von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen in die Türkei ab. Das belgische Außenministerium empfahl, vorerst nicht nach Istanbul, Ankara und andere türkische Großstädte zu fahren und im Rest des Landes vorsichtig zu sein. Auch Frankreich rief Türkei-Reisende zu "größter Wachsamkeit" auf. Dies gelte vor allem für Istanbul. "Größte Vorsicht" sei ferner in den südöstlichen Bezirken der Türkei geboten. "Jede Reise nachts und in abgelegenen Gebieten sollte vermieden werden."

Keine spezielle Reisewarnung gab es in Österreich, den Niederlanden, Italien, und Griechenland. Dort wiesen die Außenministerien aber auf "die erhöhte Sicherheitsgefährdung" in der Türkei hin. Vor allem bei Aufenthalten in Ballungsgebieten oder bei symbolträchtigen Denkmälern solle man erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen, hieß es in Wien.



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