Rio de Janeiro GPS-System lotst norwegische Touristen in Schießerei

Fataler Fehler: Weil drei Urlauber in Rio de Janeiro auf ihr Navigationssystem gehört haben, verirrten sie sich in einen Slum - und gerieten in eine Schießerei. Einer der Norweger wurde von einem Drogendealer angeschossen.


Rio de Janeiro - Drei Norweger sind in einem der gefährlichsten Slums von Rio de Janeiro in eine Schießerei geraten. Das Navigationssystem ihres Mietautos hatte die drei Männer in das Armenviertel geführt, wie brasilianische Fernsehsender und Zeitungen berichten. Einer der Touristen wurde von einer Kugel an der Schulter getroffen. Das Motiv für den Überfall ist bislang unklar.

Den Angaben zufolge wurde Trygve Killingtveit, 24, von einem Drogenhändler angeschossen. Der Dealer soll zu einer der mächtigen Drogenbanden gehören, die die Favelas in Rio beherrschen.

Nach Zeitungsangaben waren die norwegischen Touristen am Samstag vom Ferienort Armação dos Búzios an der Costa do Sol auf dem Weg zum Flughafen in Rio de Janeiro, um ihren Mietwagen abzugeben. "Das GPS-System hat die falsche Route empfohlen", sagte der Bruder des Opfers, Magne Killingtveit, der norwegischen Zeitung "Dagbladet". Laut Polizeibericht nahmen die drei Urlauber die falsche Abfahrt von der Autobahn, so dass sie sich in der Favela verirrten.

Die Norweger brachen ihren Urlaub in Brasilien vorzeitig ab und kehrten in ihre Heimat zurück. Das norwegische Konsulat in Rio de Janeiro kommentierte den Überfall bislang nicht.

peg/Reuters



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