Riskanter Werbegag Kälte-Einbruch beschert Tausenden kostenlosen Urlaub

Eigentlich war es nur ein Werbegag – jetzt ist es ein teurer Spaß: Tausende Kanadier dürfen auf Kosten eines Internet-Reisebüros in den Urlaub fahren. Das Unternehmen hatte die Kunden mit einer Schnee-Wette gelockt.


Ottawa – Das Internet-Reisebüro itravel2000 hatte sich auf die Statistik verlassen: In den vergangenen hundert Jahren gab es in Montréal nur neunmal mehr als fünf Zoll (12,7 Zentimeter) Schnee. Dass es ausgerechnet in diesem Jahr ebenfalls stark schneite, kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Itravel2000 hatte mit dem Versprechen gelockt, gebuchte Reisen zu verschenken, sollte die Schneemenge am Neujahrstag über dieser Grenze liegen - dabei mussten sich die Kunden auf eine der Städte Halifax, Calgary, Toronto oder Montréal festlegen.

Und tatsächlich: Ein Kälte-Einbruch sorgte am Flughafen von Montréal am Neujahrstag laut Angaben des Wetterdienstes für 14,8 Zentimeter Schnee. Die Kunden, die auf die anderen Städte getippt hatten, gingen leer aus. Das Reisebüro zeigte sich als guter Verlierer: "Ich glaube, dass es jetzt viele glückliche Menschen rings um Montréal geben wird", sagte Jonathan Carroll von itravel2000. "Tausende Menschen verreisen umsonst."

Über die Kosten für den Marketing-Gag machte Carroll keine Angaben. Das Unternehmen hatte sich für die Aktion aber bei einer Versicherung für Reisepreis-Erstattungen bis zu 100 Million Dollar abgesichert. Um an der Aktion mitzumachen, hatten die Kunden von Juni bis zum 7. Dezember vergangenen Jahres buchen müssen. Die Reise wiederum musste zwischen November 2007 und April 2008 liegen. In dieser Zeit brechen viele Kanadier gern zu teuren Urlauben in die Sonne auf, um dem kalten Winter zu entfliehen.

reh/AFP



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