Risse Bahn nimmt Neigetechnikzüge vom Gleis

Die Deutsche Bahn AG hat zum wiederholten Mal Ärger mit der Neigetechnik. Diesmal mussten sieben Züge vorübergehend aufs Abstellgleis geschoben werden - aus "Komfortgründen", wie die Bahn versichert.


Nürnberg - Wegen Rissen an einer Dämpfungsvorrichtung hat die Deutsche Bahn AG in Nordbayern sieben von 20 Neigetechnikzügen aus dem Verkehr gezogen. Es seien Risse an der so genannten Schlingerdämpfung aufgetreten, berichtete der Regionalbereichsleiter der DB Regio Nordbayern, Günther Pichler, am Donnerstag in Nürnberg.

Neigetechnikzüge machen der Bahn schon seit Jahren zu schaffen
DPA

Neigetechnikzüge machen der Bahn schon seit Jahren zu schaffen

Pichler wies damit Presseberichte zurück, nach denen alle 20 Züge vom Gleis genommen werden sollten. Eine Sicherheitsbeeinträchtigung habe es nicht gegeben. Es gehe ausschließlich um den Fahrkomfort, betonte Pichler. "Es muss jetzt nachgesehen werden, woher die Risse kommen."

Die schadhaften Stellen waren Ende Juni im Ausbesserungswerk Kassel bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden. Wann die aus dem Verkehr genommenen Züge wieder einsatzfähig sein werden, konnte Pichler nicht sagen. "Das hängt davon ab, was die Untersuchungen ergeben."

Die schadhaften Züge werden durch herkömmliche, mit einer Lok bespannte Züge ersetzt, wodurch sich die Fahrtzeiten leicht verlängern. Die verbliebenen 13 Züge dürften, so Pichler, ebenfalls aus "Komfortgründen" nur noch mit 140 statt 160 km/h fahren.

Die bundesweit ersten Neigetechnikzüge für den Regionalschnellverkehr hatten 1992 in Nordbayern den Betrieb aufgenommen. Die Neigetechnik soll auch ohne teure Neubaustrecken deutliche Fahrzeitgewinne bringen. Die Züge "neigen" sich in den Kurven und können deshalb höhere Geschwindigkeiten erreichen.



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