Robinson-Insel in Chile Schatzmeldung löst Touristenansturm aus

Die Flugzeuge sind ausgebucht, die Hotelbuchungen nehmen sprunghaft zu - der chilenische Archipel Juan Fernández wird von Touristen überrannt. Auf der Robinson-Crusoe-Insel im Pazifik sollen mehrere Tonnen Juwelen und Gold entdeckt worden sein.


Santiago de Chile - Die Meldung über einen milliardenschweren Goldfund hat den Ansturm bewirkt: Wie Reiseagenturen am Donnerstag mitteilten, nahmen die Hotelbuchungen auf der kleinen Insel im Archipel Juan Fernández schlagartig zu. Auch die kleinen Flugzeuge, die das 700 Kilometer vor der chilenischen Pazifikküste gelegene Eiland ansteuern, waren gerammelt voll, obwohl die Hochsaison auf dem Archipel noch gar nicht begonnen hat.

Hafen auf dem Archipel Juan Fernández: Milliardenschwerer Goldschatz
REUTERS

Hafen auf dem Archipel Juan Fernández: Milliardenschwerer Goldschatz

Normalerweise reisen die Urlauber erst im Dezember vermehrt auf die Insel. Dort lebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts vier Jahre lang als einziger Mensch der schiffbrüchige Schotte Alexander Selkirk, dem der Schriftsteller Daniel Defoe in seinem Roman "Robinson Crusoe" ein literarisches Denkmal setzte.

Die chilenische Sicherheitsfirma Wagner hatte zu Wochenbeginn mitgeteilt, dass sie mit Hilfe von Metalldetektoren im Nordwesten der Insel "mehrere Tonnen Juwelen und Gold im Wert von rund zehn Milliarden Dollar" (8,3 Milliarden Euro) aufgespürt habe. Gehoben ist der Schatz allerdings noch nicht. Erst muss noch geklärt werden, ob die Firma Wagner danach graben darf oder ob dies dem chilenischen Staat zukommt, der ebenfalls Ansprüche erhebt.

Der Legende nach brachte der spanische Seefahrer Juan Esteban Ubilla im Jahr 1715 einen riesigen Schatz aus Juwelen und Gold auf die Insel und vergrub ihn dort. Der britische Matrose Cornelius Webb soll ihn später gehoben und an einem anderen Ort auf der Insel erneut verbuddelt haben.



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