Zum Schutz des Roten Meeres Hurghada verbietet Einwegplastik

Ägypten will in den Touristenhochburgen am Roten Meer die Plastikmüllflut eindämmen. Künftig sollen auch in Hurghada Tüten, Geschirr und Besteck aus Kunststoff verboten sein.

Hurghada: Plastikbesteck ab Juni verboten
Mohamed el-Shahed / AFP

Hurghada: Plastikbesteck ab Juni verboten


Die Idee für ein Verbot von Einwegplastik am Roten Meer ist nicht neu: Im Jahr 2011 war ein solcher Schritt schon einmal diskutiert worden. Nach dem Sturz des langjährigen Diktators Husni Mubarak waren dann jedoch zunächst andere Themen dringlicher.

Nun erklärte der Gouverneur der ägyptischen Provinz Rotes Meer, Ahmed Abdallah, dass Einwegplastik dort ab Juni verboten sei. Das Verbot soll unter anderem Tüten, Geschirr und Besteck aus Kunststoff betreffen. Abdallah sagte der Nachrichtenagentur AFP, mit der neuen Regelung solle das Meer geschützt werden. Unternehmen und Privatleute sollten künftig auf Papierprodukte und auf Mehrwegverpackungen umsteigen.

Ein Großteil der Einnahmen in der Region um den Badeort Hurghada kommt aus dem Tourismus. Entlang der Küste entwickelten sich Urlauberzentren auch in Safaga, al-Qusair und Marsa Alam. Die spektakulären Riffe und ihre Tierwelt sind bei Tauchern beliebt. Allerdings wird das gesamte Ökosystem von Klimawandel und Umweltverschmutzung bedroht.

So wie Ägypten kämpfen Länder rund um die Welt gegen die Vermüllung der Meere durch Plastik. In der EU wurde in der vergangenen Woche ein Verbot von Einmalprodukten aus Kunststoff wie Plastikteller, Wattestäbchen und Trinkhalme beschlossen. Einwegprodukte, für die es umweltfreundlichere Alternativen gibt, müssen spätestens ab 2021 vom Markt genommen werden.

Plastik kann Meerestieren gefährlich werden, weil sie sich etwa darin verheddern oder es mit Nahrung verwechseln. Über den Verzehr von Fischen kann der Kunststoff letztlich auch in den menschlichen Körper gelangen. Ohne eine Kursänderung könnte es laut EU-Kommission im Jahr 2050 bereits mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen geben.

abl/dpa



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