Pöbelnde Passagierin Flugzeug muss erneut wegen Rückenlehnen-Streits landen

Erneut musste ein US-Flugzeug ungeplant zwischenlanden, weil eine Passagierin schrie und fluchte. Die Frau soll unter emotionalem Stress gestanden haben: Ihre beiden Hunde sind vor Kurzem gestorben.
Streit um Rückenlehnen: "Bringen Sie diesen Flieger runter"

Streit um Rückenlehnen: "Bringen Sie diesen Flieger runter"

Foto: imago

New York - Es war das dritte Mal innerhalb weniger Tage, dass in den USA ein Streit unter Passagieren zu einer ungeplanten Zwischenlandung führte: Der Delta-Flug 2370 war am Montagabend gegen 19 Uhr vom New Yorker Flughafen La Guardia in Richtung West Palm Beach in Florida gestartet, als es zu der Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen kam.

Eine 32-jährige Reisende stieß sich Delta zufolge den Kopf, als die Frau vor ihr die Lehne zurückklappte, während sie auf dem ausgeklappten Tisch schlummerte. Die junge Frau, die laut eigenen Angaben durch den Tod ihrer beiden Hunde ohnehin stark mitgenommen war, regte sich so sehr auf, dass sie von den Begleitern nicht beruhigt werden konnte.

"Da war diese Frau, die strickend neben mir saß, und einfach versuchte, ihren Sitz nach hinten zu klappen", berichtete Fluggast Aaron Klipin laut CNN. "Da fing die Frau hinter ihr an zu schreien und zu fluchen." Ein Flugbegleiter sei zu ihr gegangen, um sie zu beruhigen, das habe sie aber offenbar noch mehr auf die Palme gebracht.

Die Frau habe dann verlangt, dass das Flugzeug landen müsse. "Mir sind die Konsequenzen egal, aber bringen Sie diesen Flieger runter", soll die 32-Jährige laut einem Bericht des TV-Senders WABC gesagt haben.

Tatsächlich landete die Maschine in Jacksonville im Norden des US-Bundesstaats Florida. Die Fluggesellschaft Delta bestätigte den Vorfall. Der Kapitän habe "aus großer Vorsicht" den nächstgelegenen Flughafen angesteuert. Die Passagierin verließ die Maschine und wurde vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen, bevor sie ihre Reise per Mietwagen fortsetzen konnte. Die restlichen Passagiere konnten nach West Palm Beach weiterfliegen.

In den vergangenen Tagen waren zwei ähnliche Vorfälle bekannt geworden: Auf dem Flug von Miami nach Paris erregte sich am vergangenen Donnerstag ein 61-jähriger Franzose über die zurückgeklappte Rückenlehne seines Vordermanns. Als ein Flugbegleiter den Mann beruhigen wollte, regte dieser sich nur noch mehr auf - und packte schließlich den Flugbegleiter am Arm. Ein Sicherheitsbeamter an Bord der American-Airlines-Maschine überwältigte den Franzosen und legte ihm Handschellen an. Der Pilot drehte ab und landete in Boston.

Am Sonntag zuvor hatte eine Maschine der US-Fluggesellschaft United Airlines außerplanmäßig in Chicago landen müssen, nachdem ein Streit um eine Rückenlehne eskaliert war. Auf dem Flug von Newark nach Denver hatte ein Passagier die Rückenlehne vor ihm mit einem sogenannten Knee Defender ("Knieverteidiger") blockiert. Er weigerte sich, die Vorrichtung abzunehmen, als die Stewardess ihn dazu aufforderte. Schließlich schüttete ihm die vor ihm sitzende Reisende ein Glas Wasser ins Gesicht.

Der Knee Defender verhindert, dass der Vordermann seine Rückenlehne nach hinten verstellen kann. Er besteht aus zwei Manschetten, die am eigenen Tisch befestigt werden, und kostet umgerechnet 17 Euro. Die meisten US-Fluggesellschaften - auch United Airlines - untersagen seine Verwendung an Bord ihrer Maschinen.

ala/AFP
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