Billigflieger Ryanair senkt Gebühren für Gepäckaufgabe

Künftig können Ryanair-Passagiere kostenlos mehr Gepäck in den Flieger mitnehmen. Auch wer Gepäck aufgibt, kommt günstiger als bislang weg. Die Fluggesellschaft reagiert damit auf wütende Kommentare von Passagieren im Internet.
Ryanair-Chef O'Leary: Auf Twitter äußerten sich wütende Passagiere

Ryanair-Chef O'Leary: Auf Twitter äußerten sich wütende Passagiere

Foto: SCANPIX SWEDEN/ REUTERS

Dublin - Ryanair senkt die Gebühren für die Gepäckaufgabe am Flughafen. Ab dem 5. Januar kostet dies 30 Euro - bislang wurden 60 Euro fällig. Wer Gepäck erst am Gate anmeldet, zahlt künftig 50 statt 60 Euro, teilt die irische Billigairline mit. Ab dem 1. Dezember ist außerdem ein zweites Handgepäckstück an Bord erlaubt: Es darf allerdings nicht größer als 35 mal 20 mal 20 Zentimeter sein. Damit entspricht es etwa einer kleinen Handtasche oder einer Einkaufstasche vom Flughafen.

Ab 1. Dezember sinkt darüber hinaus die Gebühr für die Neuausstellung der Bordkarte für Passagiere, die bereits online eingecheckt haben, von 70 auf 15 Euro. Für Kunden, die den Online-Check-in versäumt haben und am Flughafen einchecken, fällt weiterhin eine Gebühr von 70 Euro an. Im Sommer 2014 soll es laut Unternehmens-Chef O'Leary auch möglich sein, mit einem digitalen Ticket per Smartphone einzuchecken.

Änderungen gibt es auch bei der Buchung: Ab dem 1. November haben Kunden, die auf einer Ryanair-Webseite ihren Flug gebucht haben, 24 Stunden Zeit, um eventuelle kleine Fehler, zum Beispiel beim Namen, kostenfrei zu ändern.

Ab dem 1. November soll es zudem morgens vor 8 Uhr und abends nach 21 Uhr leiser im Flieger zugehen. Während dieser Zeit werden keine Durchsagen gemacht, ausgenommen Sicherheitshinweise. Außerdem dimmt die Kabinenbesatzung die Beleuchtung, damit Fluggäste schlafen können - wie es bei anderen Airlines bereits üblich ist. Die Änderungen sind laut Ryanair eine Reaktion auf Wünsche von Kunden. Ende Juli hatte O'Leary noch getönt, die Gepäckpreise so lange erhöhen zu wollen, bis keiner mehr etwas aufgibt. Ob nun im Gegenzug demnächst andere Kosten erhöht werden, etwa die Grundpreise für Tickets, wurde zunächst nicht bekannt.

Das Unternehmen hatte Anfang der Woche herbe Kritik einstecken müssen, als sich Michael O'Leary beim Internetdienst Twitter Kunden-Kommentaren stellte. Dort wurde er wüst beschimpft und geriet wegen eines unangebrachten Kommentars (im Wortlaut: "Nice pic. Phwoaaarr! MOL") über das Foto einer Twitter-Nutzerin in die Defensive. Nach jahrelangem Höhenflug erlebt Ryanair derzeit eine schwächere Nachfrage.

sto/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.