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"Sailing Yacht A": Riesensegler sticht in See

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Philippe-Starck-Dreimaster Rekordjacht setzt erstmals Segel

Probefahrt der Superlative: In der Kieler Förde lag am Sonntag die größte Segeljacht der Welt vor Anker. Dabei wurden zum ersten Mal 3700 Quadratmeter Segel gehisst.

Sie ist 142 Meter lang, ihre Segelfläche so groß wie ein halbes Fußballfeld: Die in Kiel gebaute "Sailing Yacht A" hat am Sonntag erstmals ihre Segel gehisst. Nach und nach testete die Besatzung der größten Segeljacht der Welt die vollautomatischen Segel.

Dazu lag die "Sailing Yacht A" in der Kieler Förde in Sichtweite des Strandes. Vom Ufer aus verfolgten bei dichtem Nebel Spaziergänger das Spektakel. Die Masten sind bis zu 90 Meter hoch, die komplette Segelfläche beträgt mehr als 3700 Quadratmeter. Das entspricht etwa der Hälfte eines Fußballfeldes.

Auftraggeber des futuristischen Dreimasters ist der russische Milliardär Andrej Melnitschenko. Stardesigner Philippe Starck hat die "Sailing Yacht A" entworfen. Der Neubau verfügt unterhalb der Wasserlinie über eine Panorama-Lounge und neben Beibooten auch über ein eigenes U-Boot.

Nach Expertenschätzung dürfte der Kaufpreis mindestens 200 Millionen Euro betragen. Offizielle Zahlen gibt es dazu nicht. Auf den Preis eines Neubaus kann man Experten zufolge weniger von der Länge schließen, eher vom Volumen. Auch Anfang Oktober testete die Kieler Werft German Naval Yards (ehemals ADM Kiel) ihren Neubau in der Ostsee. Die Firma äußert sich zu den Probefahrten nicht.

Dutzende Crew-Mitglieder auf den Superyachten

Nur sieben Motoryachten gibt es laut der Fachzeitschrift "Boote exclusiv" auf den Weltmeeren, die noch länger sind als der Dreimaster der Kieler Werft German Naval Yards. Mit 180 Metern Länge führt die bei Lürssen in Bremen gebaute "Azzam" die Liste derzeit an, gefolgt von der 163 Meter langen "Eclipse", die in Hamburg bei Blohm+Voss entstand. "Ich glaube nicht, dass in Zukunft noch einmal eine größere Segelyacht als die "A" gebaut wird", sagt "Boote exclusiv"-Chefredakteur Marcus Krall.

Was kostet der Betrieb einer Superyacht wie der aus Kiel? "Jährlich fallen Betriebskosten in Höhe von bis zu zehn Prozent des Kaufpreises an", sagt Krall. Die kolportierten 54 Männer und Frauen Besatzung seien im Vergleich zu so mancher reinen Motoryacht noch relativ wenig.

"Unterm Strich sind die Eigner solcher Yachten im Jahr nur rund vier Wochen damit unterwegs." Den Rest der Zeit liegen die Schiffe im Hafen oder sind unterwegs, um gewünschte Reviere zu erreichen. "Denn deren Eigner fahren meist keine längeren Strecken damit."

Dabei werden die Schiffe laut Meyer zunehmend umweltfreundlicher. Sie produzierten ihren eigenen Strom und ihr eigenes Süßwasser. "So eine Yacht muss man sich vorstellen wie eine Kleinstadt, in die man oben Diesel reinkippt", sagt der Verbands-Geschäftsführer. Die Umweltauswirkungen ihrer Yachten spielten für die Eigner aber durchaus eine große Rolle: "Denn das ist eine Imagefrage."


September 2015: Die "Sailing Yacht A" legt erstmals ab

SPIEGEL ONLINE / Wochit
che/abl/dpa
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