SAS und Air France Pilotenstreiks behindern Luftverkehr

Vor allem in Griechenland, Mallorca und Frankreich mussten viele Urlauber ihre Reisepläne ändern. Mehrere Pilotenstreiks sorgen für Ärger - voraussichtlich auch noch am Dienstag.

SAS-Flugzeuge (Archivbild)
AFP

SAS-Flugzeuge (Archivbild)


Die schwedischen Piloten der Fluggesellschaft SAS streiken am Montag den dritten Tag in Folge. Die Airline strich 230 Flüge, 27.000 Passagiere konnten ihre Reise nicht antreten. Bereits am Wochenende waren wegen des Ausstands rund 380 Flüge ausgefallen. Etliche Urlauber waren betroffen, die in Griechenland oder auf Mallorca festsaßen. Bestreikt wurden Inlandsflüge und andere Kurzstrecken in Europa. SAS sagte auch Flüge nach Frankfurt ab.

Die Verhandlungen zwischen SAS und der Pilotenvereinigung SPF waren am Freitagabend gescheitert. Ein Angebot eines Vermittlers hätten die Arbeitgeber zwar angenommen, die Piloten aber abgelehnt, erklärte SAS. "Es ist uns leider immer noch nicht gelungen, zu einer Einigung zu kommen", sagte eine Sprecherin laut Mitteilung. Die dänischen und norwegischen SAS-Piloten führten ihre Flüge aber durch.

Während der Arbeitgeberverband den Piloten "unrealistische Forderungen" vorwarf, klagten diese über das Einstiegsgehalt von 28.845 Kronen (rund 3000 Euro) "für eine Arbeit, die lange Schichten, unbequeme Arbeitszeiten, Wochenendarbeit und verkürzte Sommerferien beinhaltet". 2012 hätten die Piloten zu Einsparungen in Milliardenhöhe beigetragen, um einen drohenden Konkurs des Unternehmens abzuwenden.

Bei Air France-KLM sorgt derzeit ebenfalls ein Pilotenstreik für starke Behinderungen im Flugverkehr. Davon sind auch Besucher der Fußball-EM in Frankreich betroffen. Am Samstag wurden 17 Prozent der Flüge abgesagt. Das Unternehmen hatte nach dem Auftakt des Streiks mitgeteilt, dass es 83 Prozent seiner Verbindungen aufrechterhalten wollte. Für Sonntag ging Air France von einer ähnlichen Lage aus, die Airline wollte gut 80 Prozent ihrer Flüge sicherstellen. Auch für Montag rechnete man damit, 80 Prozent der Flüge durchführen zu können. Die Zahl der streikenden Piloten gab das Unternehmen weiter mit 27 Prozent an.

Die französischen Streiks sind von den Pilotengewerkschaften bis Dienstag angekündigt. Diese wehren sich gegen Sparmaßnahmen und kritisieren die Strategie des Managements. Sie fürchten, dass das Gleichgewicht innerhalb des Konzerns Air France-KLM zulasten von Air France verschoben wird.

Diese Woche müssen sich Fluggäste zudem bei Flügen von und nach Amsterdam auf Behinderungen einstellen. Die Piloten der Billigfluglinie Easyjet kündigten hier für Dienstag Streiks an. Sie wollten dann von 6 bis 14 Uhr die Arbeit niederlegen, hieß es aus der niederländischen Gewerkschaft der Piloten VNV.

sto/dpa



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