Tourismus Saudi-Arabien will Urlauber-Visa vergeben

Bisher durften Ausländer nur als Pilger oder auf Einladung nach Saudi-Arabien einreisen. Jetzt öffnet sich das islamische Königreich dem Tourismus und kündigt Visa für Urlauber an.

Skyline von Riad
REUTERS

Skyline von Riad


Urlaubern ist das streng islamische Königreich auf der arabischen Halbinsel bisher meist verschlossen. Nur jene Ausländer durften nach Saudi-Arabien einreisen, die als muslimische Pilger nach Mekka und Medina wollten oder die offiziell von einem saudi-arabischen Bürger, einem Unternehmen oder einer Institution zu einem Besuch eingeladen wurden. Nur einige wenige Gruppenreisen unter ausländischer Reiseleitung sind möglich.

Doch die Regierung will ihr Visa-Programm ausweiten: Sie hat die erstmalige Vergabe von Touristenvisa angekündigt. Ein entsprechendes System sei eingerichtet worden und werde "bald" in Betrieb genommen, erklärte die staatliche Kommission für Tourismus und Kulturerbe in Riad. Ziel sei es, den Urlaubssektor in dem streng islamischen Königreich auszubauen und mehr ausländische Besucher anzulocken.

Allerdings werden laut Medienberichten Individualtouristen weiterhin nicht ins Land gelassen. Nur wer bei einem von der Regierung zertifizierten Veranstalter bucht, erhält ein Visum. Ganz ohne Visum werden Urlauber das geplante Megaprojekt "The Red Sea" besuchen dürfen: Bis 2022 sollen an einem rund 200 Kilometer langen Küstenabschnitt am Roten Meer, zwischen Al-Wadsch und Umludsch, Luxushotels, Infrastruktur, Häfen und Flughäfen entstehen.

Die Öffnung für den Tourismus ist Teil des Projekts "Vision 2030", mit dem Kronprinz Mohammed bis Salman das Land fit für die Zukunft machen und die Wirtschaft breiter aufstellen will. Die Regierung strebt 1,5 Millionen Touristen pro Jahr bis 2020 an, zurzeit sind es 200.000 pro Jahr - Pilger nicht eingeschlossen.

Saudi-Arabien verfügt über touristisch interessante Stätten wie etwa archäologische Relikte aus der Zeit des antiken Reichs der Nabatäer. Die alte Stadt al-Hidschr im Norden des Landes soll genauso spektakulär sein wie die nabatäische Felsenstadt Petra, die jedes Jahr zahlreiche Besucher ins benachbarte Jordanien lockt.

abl/AFP



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