Schalterverkauf Bahnkunden zahlen meist zu viel

Experten haben die Beratungsleistungen an den Schaltern der Deutschen Bahn getestet - und kommen zu dem Ergebnis, dass Kunden oft viel zu viel fürs Bahnfahren zahlen. Die Verkäufer würden in den seltensten Fällen die günstigsten Angebote heraussuchen.


Berlin - Bahnkunden zahlen nach Angaben der Stiftung Warentest für ihre Tickets häufig mehr als nötig. Für seine Beratungsangebote vom Schalter bis zum Internet bekam der bundeseigene Konzern daher wie zuletzt vor zwei Jahren nur die Gesamtnote "ausreichend", wie es in der Zeitschrift "Test" heißt.

Ticketkauf bei der Bahn: Auch Automaten und Internet bieten nicht immer die günstigsten Tarife an
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Ticketkauf bei der Bahn: Auch Automaten und Internet bieten nicht immer die günstigsten Tarife an

Wer sich als Kunde mit Sonderangeboten, Ländertickets und Streckenführungen nicht selbst auskenne, zahle oft drauf, urteilten die Tester. In den meisten von 90 Beratungsgesprächen in Reisezentren in 25 Städten seien auf Anhieb nur teure Tickets angeboten worden. Auf Sparangebote oder günstigere Intercity- statt ICE-Züge - sei zunächst nur selten hingewiesen worden.

Einige Reisen kosteten 164 Euro, obwohl auch eine Fahrt für 56 Euro möglich gewesen wäre. In einem anderen Fall verlangte das Personal 624 Euro statt 233 Euro im besten Tarif. Erst auf hartnäckigere Nachfragen hin hätten einige Berater preiswertere Alternativen angeboten, teilte die Stiftung mit. Auch an den Automaten oder im Internet erhielten die Fahrgäste nicht immer die besten Konditionen.

Am besten schnitten im Test die Hauptbahnhöfe Kiel und Saarbrücken ab, die das Qualitätsurteil "befriedigend" bekamen. Am schlechtesten war die Beratung demnach in Magdeburg mit der Note "mangelhaft". Für die Untersuchung hatten sich drei geschulte Experten an 90 Schaltern sowie per Telefon, an Automaten und auf der Internet-Seite der Bahn über bestimmte Verbindungen informiert.

kaz/dpa/Reuters



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