Britische Urlauber Ägypten lässt nur wenige Flüge ab Scharm al-Scheich starten

Die Lage auf dem Flughafen Scharm al-Scheich ist vertrackt. Britische Urlauber müssen beim Rückflug in die Heimat aus Sicherheitsgründen ihr Gepäck zurücklassen - das behindert den Flugbetrieb. Viele Flugzeuge können gar nicht erst abheben.

AFP

Die ägyptischen Behörden haben nur eine Starterlaubnis für acht Flugzeuge gegeben, die gestrandete Touristen von Scharm al-Scheich nach Großbritannien bringen sollten. Ursprünglich waren 29 Flugzeuge geplant. Das gab der ägyptische Luftverkehrsminister Hussam Kamal bekannt.

Alleine Easyjet hatte zehn Flüge angekündigt, von denen laut der Fluggesellschaft acht wieder abgesagt werden mussten. Am Abend musste der britische Billigflieger Monarch zwei von fünf Flügen und Thomas Cook drei von vier Flügen absagen. Thomson stornierte ebenfalls Verbindungen und kann nur mit zwei Maschinen Kurs auf Glasgow und London nehmen. Zwei Thomson-Maschinen auf dem Weg aus Großbritannien nahmen Kurs auf Zypern statt auf Ägypten, ein Thomas-Cook-Flugzeug aus Manchester wendete laut Planefinder in Albanien.

Zwar hatte die britische Regierung nach zweitägiger Unterbrechung wieder Flüge aus dem Badeort nach Großbritannien zugelassen, doch durften die Passagiere nur Handgepäck mit an Bord der Maschinen nehmen. Nun ist es genau das von den Briten zurückgelassene Gepäck, welches den Betrieb am Flughafen von Scharm al-Scheich behindert. Wie Kamal erklärte, könne der Airport nicht mehr als 120 Tonnen an Koffern aufbewahren. "Diese große Menge beeinträchtigt den Rest der nationalen und internationalen Flüge", sagte Kamal. Zurzeit sei geplant, ein Flugzeug lediglich für den Transport des Gepäcks einzusetzen.

"Tausende Menschen an einem Tag auszufliegen, ist sehr schwierig. Alle müssen die Sicherheitsmaßnahmen durchlaufen. Der Flughafen kann nicht alle diese Flugzeuge gleichzeitig abfertigen", sagte ein Sprecher des ägyptischen Luftfahrtministeriums. Das britische Transportministerium teilte mit, man arbeite mit Hochdruck daran, mit ägyptischen Behörden eine Lösung zu finden. Laut einer Sprecherin von Premierminister David Cameron sei der Transport der Briten nach Hause jedoch eine "enorm komplexe Aufgabe".

Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai am vergangenen Samstag hatte London am Mittwoch alle Flugverbindungen aus der Urlaubsregion am Roten Meer nach Großbritannien gestoppt. Grund ist die Vermutung des britischen Geheimdienstes, in Scharm al-Scheich sei eine Bombe in die abgestürzte Maschine geschmuggelt worden.

Der Airbus A321 war kurz nach dem Start in Scharm al-Scheich auf dem Weg nach St. Petersburg über der Sinai-Halbinsel zerbrochen. Alle 224 Insassen, zumeist russische Urlauber, kamen ums Leben. Der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erklärte, er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Offizielle Ergebnisse zur tatsächlichen Absturzursache wurden noch nicht vorgelegt.

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abl/dpa/AFP

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