Sextourismus in Sri Lanka Kinderprostitution erreicht alarmierendes Ausmaß

Mit einer groß angelegten Aufklärungskampagne  will Unicef gegen den Missbrauch von Kindern durch Sextouristen in Sri Lanka vorgehen. Der Fremdenverkehrsverband des Landes warnt, die Kinderprostitution habe ein alarmierendes Ausmaß erreicht.


Colombo - Zwei Jahre lang will das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen mit Hilfe von Zeitungsanzeigen, Videoclips und Broschüren auf die dunkelste Seite des Sextourismus in Sri Lanka aufmerksam machen. Die Uno-Organisation schätzt, dass in dem südasiatischen Land jedes Jahr "Tausende Kinder, vor allem Jungen, in der Prostitution landen". Kunden seien vor allem Sextouristen, aber auch Einheimische.

"Viele Vertreter der Reisebranche verschließen die Augen davor, dass es Sextouristen gibt, die es vor allem auf Kinder abgesehen haben. Doch bin ich zuversichtlich, dass es mit Hilfe von Aufklärung gelingen wird, dieses Phänomen zu stoppen", sagte der Vorsitzende des srilankischen Fremdenverkehrsverbands, Udaya Nanayakkara.

Laut Unicef sind vor allem Kinder aus armen und vernachlässigten Randgruppen betroffen. Wer aber in jungen Jahren sexuell missbraucht werde, habe später ein Leben lang mit "schweren, manchmal sogar bedrohlichen Konsequenzen" zu kämpfen, sagte Unicef-Kampagnenchefin Yasmin Ali Haque.

abl/AFP



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