Sicherheit US-Flughäfen wollen mehr Nacktscanner nutzen

Mehr Sicherheit, weniger Privatsphäre: Dutzende US-Flughäfen sollen noch in diesem Jahr mit Nacktscannern ausgestattet werden, einige sind bereits im Einsatz. Die neue Technologie ist überraschend populär bei den Passagieren.


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Umstrittener Check am Flughafen: Scannen bis auf die Haut
Hightech in der Sicherheitsabfertigung: Seit Anfang des Jahres sind in den USA Nacktscanner an den Flughäfen von San Francisco, Miami, Albuquerque, Tulsa, Salt Lake City und Las Vegas im Einsatz. Weitere 20 Städte planen, die Technik noch im Laufe des Jahres einzuführen, wie die US-Nachrichtenseite MSCBC.com berichtet.

Die Scanner, die in Deutschland nach heftigen Protesten zunächst nicht eingeführt wurden, nutzen Terahertzwellen, um sekundenschnell ein genaues Abbild des Körpers der Person zu liefern. Dabei können nicht nur Metallobjekte, sondern auch Plastiksprengstoffe oder illegale Schmuggelwaren ausfindig gemacht werden. Auch ähnliche präzise Bilder liefernde Scanner mit Röntgentechnologie wurden in den USA bereits getestet.

Die Geräte, die in den USA im Einsatz sind, machen Gesichter unkenntlich. Um die Privatsphäre der Passagiere zu wahren, werden die Bilder von Sicherheitskräften überprüft, die in einem anderen Raum sitzen und die entsprechende Person nicht identifizieren können. Laut Angaben der US-Luftsicherheitsbehörde TSA werden die Bilder anschließend sofort gelöscht, da der Scanner keine Speicherkapazität habe.

Bei mehreren Testläufen im Januar, bei denen die Passagiere wählen konnten, ob sie wie bisher von Sicherheitskräften abgetastet oder mit dem Scanner überprüft werden, habe sich eine eindeutige Präferenz für die Nacktscanner gezeigt. "Mehr als 99 Prozent der Passagiere an den Flughafen von Los Angeles und New York bevorzugten den Scanner", sagte eine TSA-Sprecherin.

Verbraucherschützer dagegen sprachen sich gegen die Neuerung aus: "Ganzkörper-Scanner sind ein Angriff auf die Würde der Reisenden", sagte Barry Steinhardt, Leiter des Technolgy and Liberty Project der Amerikanischen Bürgerrechtsunion ACLU. "Die von der Luftsicherheitsbehörde angekündigten Beschränkungen überzeugen uns nicht davon, dass diese Technologie akzeptabel ist, und wir glauben nicht an die angebliche Freiwilligkeit der Nutzung dieser Scanner."

Auch in Holland, Japan und Thailand gibt es derzeit bereits Versuche mit Ganzkörperscannern, am russischen Flughafen Domodedovo sind sie schon routinemäßig im Einsatz. Dort sitzt das Sicherheitspersonal sogar direkt gegenüber der überprüften Person vor einem Computerbildschirm, der auch für Vorbeilaufende sichtbar ist.

sto



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