Simbabwe Angeblicher Flugzeugcrash war nur eine Übung

Bombenräumkommandos und Spezialeinheiten waren im Einsatz, Rauch stieg vom Flughafen Harare auf: Ein vermeintlicher Notfall hat in Simbabwe für Aufregung gesorgt, auch Journalisten schlugen schon Alarm - bis sich das ganze als extrem realitätsnahe Übung herausstellte.

Rauchwolken auf dem Flughafen Harare: Zunächst hieß es, eine Boeing sei hier verunglückt
AP

Rauchwolken auf dem Flughafen Harare: Zunächst hieß es, eine Boeing sei hier verunglückt


Harare - Simbabwes Luftfahrtbehörden haben Journalisten aus aller Welt an der Nase herumgeführt, um eine möglichst lebensnahe Notfallübung zu inszenieren. Der Chef der Zivilen Luftfahrt, David Chawota, erläuterte nach der Übung am Donnerstag, die Rettungsmannschaften und Einsatzteams sollten unbedingt in dem Glauben gelassen werden, dass es sich um einen echten Unfall handele.

"Den Medien wurde nichts gesagt, um undichte Stellen zu vermeiden, da die Übung Bombenräumkommandos, Spezialeinheiten und einen Flugzeugabsturz umfasste", gestand der Luftfahrtchef den versammelten Journalisten schließlich.

Zuvor hatte Chawota internationalen Journalisten mitgeteilt, eine aus London kommende Boeing 767 sei bei der Landung in Harare verunglückt. Ein Notfalldienst für Opfer und deren Angehörige sei eingerichtet worden. Als die Journalisten am Flughafen eintrafen, stieg Rauch von einer der Landebahnen auf und Krankenwagen fuhren zur vermeintlichen Unfallstelle.

Die Medienvertreter wurden in einen Wartesaal gebeten, nach 90 Minuten kam ein Behördenvertreter und erklärte, es habe sich nur um eine Übung gehandelt. "Das war eine ganz normale Flughafenübung, nur um zu testen, wie unser System auf Notfälle vorbereitet ist", sagte Vizepolizeichef Cannan Mugumira den Journalisten. Auch die in Harare vertretenen Fluggesellschaften waren nicht informiert.

sto/AFP/apn/dpa



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