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22. Oktober 2010, 09:45 Uhr

Skihelm-Test

Stoßdämpfer-Eigenschaften sind nicht optimal

Meist sicher, aber selten bequem: Der Autoclub ADAC hat Helme für Ski- und Snowboardfahrer miteinander verglichen. Die Tester bemängelten die Stoßdämpfungswerte und die Belüftungsmöglichkeiten der Sicherheitskappen.

München - Skihelme bieten überwiegend den notwendigen Schutz - sie sind aber nicht immer bequem. Das ist das Ergebnis eines Tests durch den ADAC in München. Sicherheitsmängel fanden die Prüfer nur wenige. Die Belüftung sei aber häufig verbesserungswürdig. Der Autoclub untersuchte 16 Helme für Ski- und Snowboardfahrer. Dabei erhielten 13 die Bewertung "gut", drei ein "befriedigend".

Testsieger wurde der Helm Head Sensor (circa 149 Euro) mit einer Note von 2,0. Er gefiel den Testern durch seine Robustheit und Flexibilität in der Einstellung. Gleich danach kamen die Modelle Salomon Impact D. Air (circa 169 Euro) und Cratoni Reflex (circa 99 Euro), beide erhielten eine 2,1. Am schlechtesten schnitt der Cébé Spyner Flex (zwischen 69 und 79 Euro) mit einer Note von 3,1 ab, er war den Testern zu schwer und fiel zu klein aus.

Eine bessere Sicherheit mahnen die Tester beim Thema Stoßdämpfung an. Alle Modelle erfüllten zwar das notwendige Mindestmaß. Doch um das Verletzungsrisiko zu verkleinern, könnten sie noch optimiert werden, lautet das Urteil. Vor allem der Giro Seam (circa 200 Euro) fiel im Test durch seine besonders schlechten Stoßdämpfungswerte auf.

Helme sollten sorgfältig anprobiert werden

Beim Tragekomfort gebe es vor allem noch mehr Möglichkeiten bei der "verstellbaren Belüftung", mit der viele Hersteller werben: "Sie wird als Köder für die Kunden benutzt, ist aber bei den meisten Modellen nicht ausreichend", sagte ADAC-Testingenieur und Projektleiter Andreas Rigling.

Dabei sei gerade die Belüftung wichtig, weil der Helm über mehrere Stunden bei unterschiedlichen Temperaturen und körperlicher Anstrengung getragen wird. Auch bei den Größeneinstellungen gebe es noch Spielraum: Nicht alle Modelle seien flexibel genug, um individuell an die jeweilige Kopfform angepasst werden zu können. Daher drückten manche Größen, andere wiederum seien zu weit. Dabei sei es gerade wichtig, dass der Kopfschutz richtig sitzt.

Der ADAC rät, Helme vor dem Kauf unbedingt anzuprobieren. Der Kopfschutz dürfe nicht zu locker sitzen und nicht verrutschen. Wer eine Skibrille hat, sollte diese zur Anprobe mitbringen. So lässt sich herausfinden, ob beides bequem miteinander getragen werden kann.

Achten sollten Käufer zudem auf die Kennzeichnung CE EN 1077: Nur sie garantiere, dass es sich bei dem gewählten Modell um einen nach besonderen Kriterien geprüften Kopfschutz handelt. Verzichten sollten Wintersportler auf Helme mit spröden Plastik-Sonnenvisieren oder scharfen Kanten - sie erhöhen das Verletzungsrisiko.

abl/dpa

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