Skimode für die neue Saison Mit Jeans auf die Piste

Schick im Schnee - und vor allem praktisch: Dank neuer Stoffe werden Skijacken immer leichter, flexibler und figurbetonter. Dabei geht der Trend in der neuen Saison von knalligen Farben hin zu gedeckten. Die Pistenmode sieht inzwischen auch im Alltag gut aus.

TMN

Würzburg - Skitouren sind im Kommen. Anstatt sich bequem von Gondel oder Lift auf die Berge tragen zu lassen, erklimmen immer mehr Skisportler die Gipfel zu Fuß, um dann abseits der planierten Ski-Autobahnen ins Tal zu jagen. Auf dem steilen Weg zum Gipfel darf die Ausrüstung nicht viel wiegen. Hersteller unterbieten sich mit immer leichteren Jacken, Hosen, Helmen und Rucksäcken.

Das Credo der Skitourengeher hat längst auf den Mainstream abgefärbt. "Schon seit Jahren gibt es eine Entwicklung weg von den ganz schweren, dicken Stoffen", erläutert Sabine von Eyb, Einkäuferin bei Sportcheck in München. Im Trend liegen Jacken, die trotz ihres geringen Gewichts nichts an Funktionalität einbüßen. Sie sollen vor frostigen Temperaturen schützen, gleichzeitig jedoch atmungsaktiv sein und möglichst viel Bewegungsfreiheit bieten.

Die Hersteller entwickeln immer wieder neue Materialien und kombinieren sie miteinander, um die Jacken auf die Bedürfnisse beim Sport im Schnee abzustimmen. Ganz gezielt werden kühlende und trocknende Materialien dort am Oberkörper eingearbeitet, wo viel Wärme entsteht. Wo man schneller auskühlt, kommen wärmende Stoffe zum Einsatz.

Dehnbare Materialien sorgen in den neuen Jacken für viel Bewegungsfreiheit. So findet man an Gelenken häufig Stretch-Einsätze, die die Kleidung flexibel machen. Aber auch bei den Schnittformen bieten sich den Designern neue Möglichkeiten. "Man kann auf jeden Fall sagen, dass die Schnitte schmaler und figurbetonter werden", sagt Eyb. "Das liegt sicher daran, dass die elastischen Qualitäten in der Skimode inzwischen Standard sind."

Ähnlich sieht das Matthieu Häuslein, Gründer von Development Never Stops aus Wadenswill bei Zürich. Der gelernte Schneider entwickelt Prototypen für große Skibekleidungshersteller wie Head, Adidas und The North Face. "Heute hat man Stretch oder Stretch-Teile nicht nur bei der Oberfläche, sondern auch im Futter", erläutert er. "So bekommt man einen guten Tragekomfort." Gerade der Trend bei den Hosen gehe dadurch in eine figurbetonte und modische Richtung.

Farbe bleibt, aber gedeckter

"Die Annäherung von Mode und Ski ist ganz deutlich sichtbar", sagt Häuslein. Das zeige sich nicht nur bei den Schnitten. Auch die Oberflächen orientierten sich deutlich an klassischen Stoffen der Straßenmode. "Das wird sicher einer der größten Trends des Winters. Man kommt von sehr flachen Stoffen zu mehr strukturierten Oberflächen", so der Skimodenexperte.

Gerade bei der Bekleidung für Snowboarder finden sich besonders viele Einflüsse aus der Straßenmode. "Es geht darum, dass das Kleidungsstück zwar Funktion hat, man ihm diese Funktion aber nicht ansieht", sagt Michael Spitzbarth vom Netzwerk deutscher Mode- und Textil-Designer. In vielen Kollektionen entdeckt man etwa klassische Parka-Schnitte.

Für den Trend, Pistenfunktionalität mit Großstadtschick zu mischen, steht etwa auch Urbanus Jeans aus Südkorea. Auf der Skimesse ISPO in München präsentierte das Label dieses Jahr eine Kollektion mit Jeans, die sowohl auf der Piste als auch im Alltag eine gute Figur macht. Dabei verzichtet der Hersteller komplett auf synthetische Fasern und verwendet ausschließlich Baumwolle, die dank eines speziellen Herstellungsverfahren besonders widerstandsfähig sein soll.

Was Piste und Straße schon in den vergangenen Jahre verband, war die Freude an kräftigen Farben - egal ob in großen Flächen als Colourblock oder als Detail in Form von farbigen Nähten oder Reißverschlüssen. In vielen Kollektionen ist sie noch immer zu erkennen: Mammut kombiniert etwa gelbe Hosen mit der giftgrünen Jacke sowie Rot mit Schwarz. The North Face lässt eine lila Hose zur orangefarben Jacke tragen und Haglöfs die Kombination Gelb und Rosa.

Doch schon im vergangenen Winter deutete sich eine Tendenz zu gedeckteren Tönen an, die sich nun weiter fortsetzt. "Ich denke, die Farbigkeit hat den Zenit überschritten", sagt Matthieu Häuslein. Das zeigt etwa Columbia: Eine dunkle Jacke hat hier nur rote Reißverschlüsse.

Umweltverträgliche Jacken sind im Kommen

Zudem zeigt sich ein grundlegender Wandel in der Mode, der nichts mit Farben und Schnitten zu tun hat: "Die größte Veränderung findet im Bereich der Ökologie statt", sagt Michael Spitzbarth. Wie ein Kleidungsstück hergestellt wurde, spiele für den Käufer eine immer wichtigere Rolle. Darauf reagieren inzwischen fast alle Hersteller, Umweltlabels geben Orientierung.

Bei den Funktionsmembranen setzen sich beispielsweise umweltverträgliche Varianten durch, wie sie etwa die Firma Sympatex herstellt. Die Membran ist recycelbar und gilt als hautfreundlich. Ein Trend, der sich in Zukunft noch verstärken wird, glaubt Häuslein. "Firmen, die das verpassen in den nächsten Jahren, werden es schwer haben."

Wer Wert auf eine umweltfreundliche Jacke legt, der sollte lieber gezielt eine hochwertiges Modell in Betracht ziehen, anstatt jeden Winter dem neuesten Modetrend nachzujagen, rät Michael Spitzbarth. "Besser man kauft eine Jacke, die nicht übertrieben modisch ist, und kann diese dann auch mal drei bis vier Saisons tragen."

Christopher Ratter/dpa/abl



insgesamt 7 Beiträge
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DonCarlos 07.11.2013
1. Mit Jeans auf die Piste?
Zitat von sysopTMNSchick im Schnee - und vor allem praktisch: Dank neuer Stoffe werden Skijacken immer leichter, flexibler und figurbetonter. Dabei geht der Trend in der neuen Saison von knalligen Farben hin zu gedeckten. Die Pistenmode sieht inzwischen auch im Alltag gut aus. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/skimode-fuer-die-neue-saison-mit-jeans-auf-die-piste-a-931943.html
Ich fahre schon seit Jahren mit Jeans Ski. Im Rucksack eine lange Unterhose und eine Regenhose, falls sich das Wetter ändert. Man darf nur nicht zu oft im Schnee liegen. Daher ist eine normale Jeans kaum für Arschrutscher - äh - Snowboarder geeignet.
beckery 07.11.2013
2. .
das denkt man aber auch nur hier im praktischen jack-wolfskin-deutschland. trekking-, ski-, und sonstige funktionsmode sieht in der stadt nur eins aus: dämlich. :)
cor 07.11.2013
3. Nette Basherei
Zitat von DonCarlosIch fahre schon seit Jahren mit Jeans Ski. Im Rucksack eine lange Unterhose und eine Regenhose, falls sich das Wetter ändert. Man darf nur nicht zu oft im Schnee liegen. Daher ist eine normale Jeans kaum für Arschrutscher - äh - Snowboarder geeignet.
Und ich dachte schon, die Lästerei zwischen Skifahren und Snowboarden ist mittlerweile komplett verschwunden. Ich hab mich wohl geirrt. Es gibt immer noch ewig Gestrige, die es nicht lassen können. PS Ich fahr beides.
Cococha 07.11.2013
4.
Zitat von beckerydas denkt man aber auch nur hier im praktischen jack-wolfskin-deutschland. trekking-, ski-, und sonstige funktionsmode sieht in der stadt nur eins aus: dämlich. :)
Private Exklusivmeinung mit viel Schubladendenken :) DAS ist dämlich. Wer's mag, mag's, wer nicht, der nicht. Wenn ich aber grade nach draußen schaue und auf die nicht allzu aufdringlichen Funktionsjacken, die Ottonormalbürger vor Wind und Nässe schützen, können Sie mit Ihrem Geschmacksschwachsinn von mir aus frieren.
herecomesthebut 07.11.2013
5. Respekt
Zitat von sysopTMNSchick im Schnee - und vor allem praktisch: Dank neuer Stoffe werden Skijacken immer leichter, flexibler und figurbetonter. Dabei geht der Trend in der neuen Saison von knalligen Farben hin zu gedeckten. Die Pistenmode sieht inzwischen auch im Alltag gut aus. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/skimode-fuer-die-neue-saison-mit-jeans-auf-die-piste-a-931943.html
Ich will mal ein Lob aussprechen, der Artikel klingt so als hätte ihn jemand geschrieben, der sich auskennt. Kann ich so unterschreiben, was da steht, ob sich die Jeans wirklich durchsetzen weis ich allerdings nicht, so was kam ja vor jahren schon auf und hat nicht gezogen. Der Trend ein wenig weg von der Farbe bei Snowboardern ist leider auch da, ich mag es eigentlich lieber auszuschauen wie ein Blumenstrauß.... Und Skifahrer gegen Snowboarder is sowas von 1990...
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