Urlaubstermine Zeitraum für Sommerferien wird künftig länger

Die Sommerferien in Deutschland werden entzerrt: Die Ministerpräsidenten haben sich geeinigt, die Termine für die einzelnen Bundesländer über einen Zeitraum von 90 Tagen zu verteilen.

Nordsee-Idylle: Der erweiterte Zeitraum könnte entspannteren Urlaub bedeuten
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Nordsee-Idylle: Der erweiterte Zeitraum könnte entspannteren Urlaub bedeuten


Nie wieder soll es so eng werden wie in diesem Jahr: Die Termine für die Schulferien im Sommer werden sich künftig auf einen längeren Zeitraum verteilen. Die Ministerpräsidenten haben sich auf 90 Tage geeinigt, die "weitmöglichst auszuschöpfen" seien, wie der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte.

Bei der Festlegung der Regelung für die Sommerferien ab 2018 werde die Kultusministerkonferenz gebeten, "die verkehrlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte zu berücksichtigen, soweit dies unter pädagogischen Gesichtspunkten vertretbar ist", sagte Kretschmann nach der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag.

Bis zum Jahr 2024 soll an dem rollierenden System zwischen den Bundesländern festgehalten werden, von dem nur Bayern und Baden-Württemberg ausgenommen sind.

Kritik der Tourismusindustrie an bisheriger Regelung

In dem aktuell festgelegten Zeitraum von 2011 bis 2017 erstrecken sich die großen Ferien laut der Kultusministerkonferenz im Durchschnitt über 83 Tage. Auch dabei galt demnach aber, möglichst nah an eine bundesweite Ferienperiode von 90 Tagen heranzukommen.

In diesem Jahr ballt sich die Urlaubszeit wegen des späten Pfingstfestes allerdings auf einem ungewöhnlich kurzen Zeitraum. Den Anfang macht Nordrhein-Westfalen, dort beginnen die Ferien am 7. Juli, am Ende steht Bayern, wo erst am 15. September Schluss ist. Dies entspricht einem Zeitraum von nur 71 Tagen - der Ansturm auf beliebte Urlaubsorte dürfte also besonders groß sein, die Staugefahr an manchen Tagen immens. Die Tourismusindustrie hatte kritisiert, dass eine solche Planung große wirtschaftliche Verluste bedeute.

So hatte eine Studie des Deutschen Tourismusverbands im vergangenen Sommer ergeben, dass jeder Tag, der nicht als möglicher Urlaubstag zur Verfügung stehe, bei deutschen Hotels, Pensionen, Wohnungsanbietern, Freizeiteinrichtungen, Museen und im Einzelhandel zu Umsatzeinbußen von bis zu 120 Millionen Euro führe.

Demnach könnten durch eine geschicktere Ferienplanung bis zu 15,6 Milliarden Euro mehr Umsatz pro Jahr und bis zu 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze im deutschen Tourismus entstehen. Vorteilhaft sei es für die Branche auch, wenn der Start in die Ferien stets an einem Wochenende erfolgt und nicht schon Mitte der Woche.

Ausnahmen Bayern und Baden-Württemberg

Der Entwurf der Kultusminister für die Termine 2018 bis 2024 sah nach Berechnungen der Wirtschaftsminister bislang einen Zeitkorridor von durchschnittlich 79,5 Tagen vor - was sie als zu wenig beklagten.

Während die 16 Bundesländer die kleineren Ferien im Herbst, Winter und um Ostern herum selbst festlegen, werden die Sommerferientermine von der Kultusministerkonferenz langfristig festgelegt. Dies erfolgt seit Jahren nach einem rollierenden System: Bestimmte Ländergruppen starten früh in die großen Ferien und rücken dann im Wechsel mit anderen Ländern in den Folgejahren im Kalender weiter nach hinten.

Ausnahmen sind Baden-Württemberg und Bayern, die für sich stets späte Sommerferientermine beanspruchen. Früher begründeten sie das damit, dass viele Kinder bei der Ernte helfen müssten. Heute zieht das Argument nicht mehr. Mancher Schulminister sieht das Beharren seiner bayerischen oder baden-württembergischen Amtskollegen auf den späten Termin mit Argwohn. Trotzdem wird die Regelung beibehalten.

Sommerferien 2014

Bundesland Datum
Baden-Württemberg 31.07.-13.09.
Bayern 30.07.-15.09.
Berlin 09.07.-22.08.
Brandenburg 10.07.-22.08.
Bremen 31.07.-10.09.
Hamburg 10.07.-20.08.
Hessen 28.07.-05.09.
Mecklenburg-Vorpommern 14.07.-23.08.
Niedersachsen 31.07.-10.09.
Nordrhein-Westfalen 07.07.-19.08.
Rheinland-Pflaz 28.07.-05.09.
Saarland 28.07.-06.09.
Sachsen 21.07.-29.08.
Sachsen-Anhalt 21.07.-03.09.
Schleswig-Holstein 14.07.-23.08.
Thüringen 21.07.-29.08.

emt/sto/AFP



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