Speisewagen-Gerichte Bahn legt Listen mit Infos über Zusatzstoffe aus

Ab Januar sollen Broschüren in den Bordrestaurants der Deutschen Bahn über Zutaten und Zusatzstoffe informieren. Außerdem will der Konzern mehr auf natürliche Kost setzen - und reagiert damit auf Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch.


Berlin - Bahnfahrer können sich ab Januar im Speisewagen über die Zutaten und Zusatzstoffe aller dort servierten Gerichte informieren. Ab dem 1. Januar 2011 werde eine Broschüre auf den Tischen der Bordrestaurants und in den Bistros ausliegen, so die Deutsche Bahn. Sie reagierte damit auf eine Forderung der Verbraucherorganisation Foodwatch nach mehr Transparenz im Speisewagen. Foodwatch lobte nun, die Bahn gehe mit der Kennzeichnung der Speisen im Restaurant über die gesetzlichen Pflichten hinaus.

Für die Gastronomie ist eine Zutatenliste nicht vorgeschrieben, sie muss auch nicht alle Zusatzstoffe angeben. Foodwatch fordert daher gesetzliche Regelungen, damit Lebensmittel im Restaurant genauso umfassend gekennzeichnet sein müssen wie verpackte Nahrungsmittel. Auch in Gaststätten und Kantinen müsse eine vollständige Zutatenliste aller Gerichte inklusive aller verwendeten Zusatzstoffe gut sichtbar aushängen oder auf Nachfrage einsehbar sein.

Die Deutsche Bahn kündigte am Dienstag zudem an, sie werde ab Januar zahlreiche Gerichte gänzlich ohne Zusatzstoffe anbieten, etwa Hühnerfrikassee oder Gulaschsuppe. Bei allen übrigen warmen Speisen werde die Anzahl der Zusatzstoffe verringert - die der kennzeichnungspflichtigen und der nicht kennzeichnungspflichtigen.

Damit wolle die Bahn dem Bedürfnis der Gäste nach einer natürlichen Ernährung Rechnung tragen, erklärte Vorstandsmitglied Berthold Huber. Beim Kochen der monatlich wechselnden Aktionsgerichte verzichtet die Bahn demnach bereits seit Juni auf Hefeextrakt, gehärtete Fette und Maltodextrin. Vorgefertigte Instantbrühen kämen nicht mehr zum Einsatz, Suppen und Fonds würden wieder im klassischen Stil gekocht.

Im Mai hatte Foodwatch die Deutsche Bahn heftig kritisiert, weil im Speisewagen Gerichte von Starköchin Sarah Wiener angeboten wurden, die mit zahlreichen Zusatzstoffen angereichert waren und nicht dem Originalrezept entsprachen. Die Verbraucherschützer hatten mehrere Gerichte als "Mogelpackung" bezeichnet.

fro/AFP



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