Standards im Ausland Wenn der Fahrstuhl Macken hat

Eine Fahrstuhlfahrt in einem türkischen Hotel überstand ein Urlauber nicht unbeschadet: Der überlastete Aufzug stoppte abrupt, der Gast brach sich den Fuß. Schmerzensgeld bekam er vom Landgericht Koblenz jedoch nicht zugesprochen.


Koblenz/Wiesbaden - Der Hotelgast benutzte in seinem Hotel in der Türkei gemeinsam mit drei weiteren Personen den Aufzug, der allerdings nur für zwei zugelassen war. Der Lift setzte sich mit hoher Geschwindigkeit in Bewegung und stoppte dann abrupt. Dadurch wurde dem Kläger das rechte Fersenbein gebrochen, ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt wurde nötig.

Daraufhin verlangte der Mann die Rückzahlung des Reisepreises und Schmerzensgeld. Zu Unrecht, entschieden die Richter des Landgerichts Koblenz, wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet. Bei der Sicherheit in Hotels können im Ausland andere Standards gelten als in Deutschland. Kommt es dort zu einem Unfall, kann kein Schmerzensgeld oder Schadenersatz verlangt werden, wenn zumindest nach den Maßstäben des Urlaubslandes nichts zu beanstanden war.

In dem verhandelten Fall habe der Aufzug den in der Türkei geltenden Sicherheitsstandards entsprochen. Zudem habe ein Schild über der Aufzugstür sogar in Deutsch und Englisch davor gewarnt, den Lift mit mehr als zwei Personen zu benutzen.

Landgericht Koblenz, Aktenzeichen 16 O 364/02



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