Stiftung Warentest Online-Flugvermittler zeigen Schwächen

Probleme bei der Buchung, höhere Preise als beim Original-Anbieter: Internet-Vermittlungsportale für Flüge haben in einer Untersuchung der Stiftung Warentest erhebliche Schwächen gezeigt. Oft ist es günstiger, Tickets direkt bei den Fluglinien zu kaufen.


Berlin - Flugvermittlungsportale im Internet verschweigen nach Recherchen der Stiftung Warentest trotz einer Transparenz-Verordnung der EU teilweise noch immer versteckte Kosten. Online-Flugvermittler verlangten bei einer Buchung etwa zusätzliche Servicegebühren für ihre Dienstleistung, teilte test.de, das Onlineportal der Stiftung, am Donnerstag in Berlin mit. Zudem sei es oft "Glückssache", ob der als billig angebotene Flug später überhaupt buchbar sei, da die Anbieter nicht immer mit den neusten Flug-Informationen arbeiteten.

Die Tester der Stiftung kritisierten darüber hinaus, dass die Verbraucher bei Umbuchungen oder Stornierungen von Flügen doppelt zahlen müssten, weil neben den Airlines auch die Portale dafür Gebühren verlangten. Nach Angaben der Warentester verlangen zwei Portale zum Beispiel 50 Euro pro Person. Das sind für eine vierköpfige Familie 200 Euro zusätzlich zu den Stornogebühren, die sowieso bei der Fluggesellschaft fällig werden. In vielen Fällen sei außerdem der Abschluss einer Reiseversicherung bei der Buchung automatisch voreingestellt.

Die Stiftung Warentest untersuchte sogenannte Online-Flugvermittler wie fluege.de, flug24.de oder cheapfares.de. Dort können sich Verbraucher Flüge heraussuchen lassen und diese gleich über die Plattform buchen. Dafür berechnen diese Gebühren. Sie sind nicht zu verwechseln mit reinen Flugsuchmaschinen wie Swoodoo.com oder billigflieger.de, die in dem Test nicht berücksichtigt wurden. Auf diesen können Urlauber nach aktuellen Flügen suchen, werden zum Buchen aber auf die Webseiten von Fluggesellschaften oder Reiseanbietern weitergeleitet.

Nach Angaben von test.de kommen Flugreisende bei einer Direktbuchung bei den Airlines oft billiger weg als bei dem Umweg über Vermittlungsportale. So habe ein Flug von Berlin nach Barcelona bei der Testsuche über entsprechende Anbieter zwischen 139,78 Euro und 156,84 Euro gekostet, sei direkt bei der Fluggesellschaft aber schon für 118,98 Euro zu haben gewesen.

sto/AFP/dpa

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