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Stiftung Warentest zu E-Bikes: Stabilere Lenker, bessere Akkus

Foto: Stiftung Warentest

Stiftung Warentest E-Bikes schneiden besser ab als im Vorjahr

Die Prüfer von Stiftung Warentext haben E-Bikes ein gutes Zeugnis ausgestellt. Drei von zehn der Fahrräder mit Elektromotor und tiefem Durchstieg erhielten das Urteil "gut". Im Vorjahr hatten schlechte Testergebnisse zu Protest bei den Herstellern geführt.

Berlin - Stabilere Lenker, meist gut abgestimmte hydraulische Bremsen und leistungsstärkere Akkus: Die aktuelle Generation von Elektrofahrrädern sei deutlich sicherer als noch viele Vorjahresmodelle, gibt die Stiftung Warentest bekannt. Die Prüfer haben zehn E-Bikes mit tiefem Durchstieg  getestet und hatten keine Ausfälle zu beklagen.

Im Vorjahrestest waren noch 9 von 16 E-Bikes mit einem "mangelhaft" durchgefallen. Das Ergebnis sorgte bei den Branchenführern für Empörung: In einer gemeinsamen Erklärung erhoben Biketec, Bosch eBike Systems und Derby Cycle massive Vorwürfe gegen die Stiftung Warentest und den ADAC, sie befürchteten enorme Umsatzeinbußen. Die Stiftung wies die Kritik zurück, korrigierte allerdings ihr Urteil zu den Auswirkungen auf den Funkverkehr. Eine Störung der Funkdienste sei unwahrscheinlich, hieß es.

In diesem Jahr schnitten drei von zehn Fahrrädern mit dem sogenannten Wave-Rahmen mit der Note "gut" ab, wie die Zeitschrift "Test" in ihrer August-Ausgabe berichtet: das 2490 Euro teure Flyer T5 Deluxe (Note 2,0), das 2300 Euro teure Pegasus Premio E8F (Note 2,2) sowie das 2500 Euro teure Kreidler Vitality Eco6 (Note 2,3). Vier weitere E-Bikes erhielten das Urteil "befriedigend", und drei sind "ausreichend". Die schlechteste Note "mangelhaft" wurde diesmal gar nicht vergeben.

Die Akkus sind im Vergleich zum Vorjahr leistungsstärker geworden und hielten im Test 60 bis 100 Kilometer. Beim Test 2013 waren es unter gleichen Bedingungen nur 25 bis 80 Kilometer. Diesmal reichte eine Ladung im Schnitt für 75 Kilometer Hügelstrecke, im Dauertest über 500 Ladezyklen verloren die Akkus etwa zwölf Prozent ihrer Speicherkapazität.

Die Verluste eingerechnet, reichen die 500 Zyklen unter Laborbedingungen für rund 35.000 Kilometer Strecke mit E-Motor-Unterstützung. Weil aber etwa wechselnde Temperaturen an der Akkukapazität nagen, schaffen Nutzer den Erfahrungen der Tester nach damit aber weniger als 20.000 Kilometer.

Hersteller Derby Cycle kritisiert die Stiftung

Die Warentester sehen trotz besserer Ergebnisse noch Verbesserungspotenzial. Vier E-Bikes trugen im Dauertest demnach Schäden davon, etwa Risse an Felge oder Sattelkonstruktion. Bei einem Typ brach im Dauertest die Akkuhalterung; ein heruntergefallener Akku muss allerdings ausgetauscht werden, was teuer ist. Ein Rad hatte eine funzelige Lichtanlage, zwei schwächelten zudem bei der elektrischen Sicherheit.

Drei Räder zeigen laut der Stiftung ein instabiles Fahrverhalten, besonders mit Gepäck. Vor allem bei höherem Tempo bestehe hier die Gefahr, dass Rahmen und Lenker schwer kontrollierbar flattern.

Das sieht der Zweirad-Industrie-Verband kritisch: Bei einer Nachprüfung mit Mitgliedsunternehmen sei ein Flattern, wenn überhaupt, erst beim freihändigen Fahren aufgetreten, sagt Pressesprecher Stephan Schreyer SPIEGEL ONLINE. "Freihändiges Fahren" sei jedoch durch den Gesetzgeber verboten, die Prüfmethode entspreche daher nicht der realen Nutzung. Insgesamt könne der Verband mit dem Produkttest aber leben. An den Prüfprogrammen seien im Vergleich zum Vorjahr Änderungen vorgenommen worden, die praxisnäher sind.

Hersteller Derby Cycle, der mit zwei Modellen die Noten "ausreichend" (4,0) und "befriedigend" (3,0) erzielte, wirft der Stiftung Warentest weiterhin vor, ein"intransparentes, nicht nachvollziehbares Testverfahren" zu verwenden . Ein Bruch im Bereich der Sattelstützenklemmung sowie ein Anriss der Sattelstütze bei ihren Modellen seien "das Ergebnis nicht praxis- und normgerechter Testaufbauten", teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Eigene Nachtests hätten keine Beanstandungen gezeigt, auch seien solche Mängel bisher nicht reklamiert worden. Derby Cycle befürchtet Umsatzbußen für die E-Bike-Hersteller aufgrund der Testergebnisse.

abl/AFP/dpa
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