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Fahrradschlösser im Test: Kampf dem Bolzenschneider

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Knack-Test Auch teure Fahrradschlösser versagen oft

Bügel oder Panzerkabel, Billig- oder Luxusvariante: Wer sein Fahrrad sichern will, hat die Qual der Wahl. Die Stiftung Warentest untersuchte 37 Schlösser - und bewertete fast die Hälfte als mangelhaft. Einen Rat sollte jeder befolgen, der seinen Drahtesel nicht an einen Dieb verlieren will.

Berlin - Fahrradschlösser kosten schnell mehr als hundert Euro. Doch über viele von ihnen können Diebe nur müde lächeln. Selbst vermeintlich sichere Varianten wie Bügel- oder Kettenschlösser können Profis mit dem richtigen Werkzeug oft in unter drei Minuten öffnen, warnt die Stiftung Warentest. Für ihre Zeitschrift "test" hat sie insgesamt 37 Exemplare überprüft , vom günstigen Panzerkabel bis zum Faltschloss für 120 Euro. Gar nicht erst untersucht worden seien billige Spiralkabel, die man ohne weiteres mit einem Bolzenschneider aufknipsen könne.

Wichtigstes Testkriterium war vor allem die Aufbruchsicherheit mit unterschiedlichen Werkzeugen - die Note hierfür floss zu 70 Prozent ins Ergebnis ein. Auch die Handhabung (20 Prozent) war ausschlaggebend: Es wurde untersucht, wie einfach sich ein Schloss öffnen und schließen ließ, ob es unkompliziert am Rad zu befestigen ist, ob es beim Fahren klappert und wie schwer es ist. Zudem fiel die Haltbarkeit und eine Schadstoffanalyse ins Gewicht.

Nur fünf der getesteten Produkte wurden mit "gut" bewertet, fast die Hälfte mit "mangelhaft". Die besten Noten gab es dabei für feste Bügelschlösser: Hier erhielten immerhin vier ein "gut". Eins von ihnen ist bereits für um die 40 Euro erhältlich, die Schlösser auf den ersten drei Plätzen kosten alle um die 80 Euro. Allerdings fanden die Tester vor allem bei diesen Produkten oft Schadstoffe im Material.

Einen guten Rat haben die Tester allerdings für Fahrradbesitzer: Man sollte sich grundsätzlich nicht nur auf eine Art Schloss verlassen. Weil für jede Variante zum Knacken anderes Werkzeug benötigt werde, seien viele Diebe auf eine bestimmte Sorte spezialisiert. Ist das Rad gleichzeitig zum Beispiel mit einer Kette und einem Bügelschloss gesichert, ist der Aufwand für Langfinger meistens zu groß.

Wenn möglich, sollten Fahrräder an belebten Orten abgestellt werden: Hier müssen Diebe mehr Angst haben, dass jemand sie erwischt. Nachts gehört der Drahtesel in den Keller, die Garage oder einen Fahrradraum. Das beste Schloss nützt außerdem nichts, wenn es das Rad nicht mit etwas verbindet. Ideal sind den Angaben nach dicke Metallstäbe und Laternenpfähle.

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Abstellplatz, Schloss, Alarmanlage: Wie schütze ich mein Fahrrad vor Diebstahl

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jus/dpa
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