Flugausfälle in Skandinavien Streik bei SAS betrifft mehr als 72.000 Passagiere

Bei der skandinavischen Fluggesellschaft SAS haben Piloten die Arbeit niedergelegt. In Norwegen, Schweden und Dänemark wurden am Freitag mehr als 670 Flüge gestrichen. Auch am Samstag bleiben die Flugzeuge am Boden.

SAS-Flugzeug: Piloten streiken in Skandinavien
DPA

SAS-Flugzeug: Piloten streiken in Skandinavien


Tausende Passagiere der skandinavischen Fluggesellschaft SAS sind von einem Pilotenstreik betroffen. Wegen eines Tarifkonfliktes haben rund 1400 Piloten in Norwegen, Schweden und Dänemark am frühen Freitagmorgen die Arbeit niedergelegt.

Im Laufe des Tages wurden 673 Flüge gestrichen, das waren 70 Prozent der Flüge, teilte SAS mit. Mehr als 72.000 Passagiere sind betroffen. Die meisten strandeten am Freitag am Flughafen Arlanda in Stockholm, wo mehr als hundert Flüge gecancelt werden mussten.

Am Osloer Airport Gardermoen und am Flughafen Kastrup in Kopenhagen gab es meterlange Schlangen vor den Informationsschaltern. Viele Reisende hatten allerdings rechtzeitig umbuchen oder auf andere Airlines ausweichen können, da absehbar war, dass die Tarifparteien keine Einigung erzielen werden.

Auch Verbindungen nach Deutschland fielen aus: Gestrichen wurden am Freitag SAS-Flüge von Kopenhagen nach Hamburg, Frankfurt und München, von Stockholm nach Berlin, München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf sowie von Oslo nach München und Berlin. SAS-Partner, die rund 30 Prozent aller Flugreisen ausführen, seien von dem Streik nicht betroffen, hieß es weiter

Auch am Samstag werden die SAS-Maschinen am Boden bleiben, sagte eine Firmensprecherin dem Schwedischen Fernsehen SVT. Wie es am Sonntag aussehe, war zunächst noch unklar. Sollte der Streik das ganze Wochenende andauern, wären die Pläne von mindestens 170.000 Reisende beeinträchtigt.

In der Nacht zu Freitag hatte zunächst die schwedische Pilotengewerkschaft die Tarifverhandlungen abgebrochen, die norwegische und die dänische folgten am frühen Morgen. Die Piloten fordern 2,3 Prozent mehr Lohn und mehr Planbarkeit im Arbeitsalltag. Verhandlungen vor dem Streik waren gescheitert: "Die beiden Seiten waren zu sehr voneinander entfernt, es gab keine Möglichkeit für einen Kompromiss", teilte das Büro des staatlichen norwegischen Schlichters mit.

"Wir fordern die gleichen guten Bedingungen wie bei allen anderen Low-Cost-Carrier", sagte Henrik Thyregod von der Dänischen Pilotenvereinigung dem Dänischen Rundfunk. "Wir sind bereit, weiter zu verhandeln", hieß es von SAS. "Aber die Anforderungen können schwerwiegende Konsequenzen für das Unternehmen haben, wenn sie vollständig erfüllt werden."

abl/dpa/Reuters



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