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20. Februar 2015, 15:17 Uhr

Lokführer-Streik

Bahnkunden müssen weiter bangen

Sie wollen streiken - nur wann? Im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn ist zwar keine Einigung in Sicht. Reisende können am Wochenende dennoch auf planmäßigen Zugverkehr hoffen.

Frankfurt/Berlin - Droht dem Zugverkehr in Deutschland erneut Chaos? Die Lokführergewerkschaft GDL lässt die Bahnkunden weiter zappeln. Bisher hat sie noch keinen konkreten Zeitpunkt für ihren angekündigten nächsten Streik genannt. Aber: Zum Wochenende müssen Reisende wohl noch nicht mit einem Ausstand rechnen.

Es gebe keinen neuen Sachstand seit den Beschlüssen der Tarifkommission und des Vorstands vom Mittwoch, erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft in Frankfurt. Da die GDL allerdings versprochen hatte, Fahrgäste rechtzeitig zu informieren, dürfte ein Streik an diesem Wochenende eher unwahrscheinlich sein.

Auch die Bahn teilte keinen neuen Sachstand mit. Eine Sprecherin verwies auf Aussagen vom Donnerstag, als Personalvorstand Ulrich Weber angekündigt hatte: "Ja, wir reden miteinander, wir sind in Kontakt." Weber werde sich bemühen, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, hatte er versprochen.

Einsatz eines externen Vermittlers

Dass es grundsätzlich neue Streiks geben soll, hatte die GDL am Mittwoch beschlossen. Sowohl den Starttermin als auch die geplante Dauer ließ sie aber zunächst offen. Es wäre der mittlerweile siebte Ausstand im laufenden Tarifkonflikt.

Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte angesichts der zuletzt erfolglosen Verhandlungen den Einsatz eines externen Vermittlers. "Für die Fahrgäste ist die ganze Situation alles andere als lustig", sagte Verbandssprecher Gerd Aschoff der "Passauer Neuen Presse". Viele Menschen fragten sich, "ob bei diesem Tarifstreit überhaupt noch jemand durchblickt, und wünschen sich einen Schlichter".

Das sei zwar rechtlich problematisch, sagte Aschoff ein. "Aber eine Moderation - das wäre schon vorstellbar." Als mögliche Kandidaten nannte er den früheren Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, Karl Heinz Daehre, den früheren Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, oder Ex-EKD-Chef Nikolaus Schneider.

Auch der Vorsitzende des Beamtenbunds, Klaus Dauderstädt, brachte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine Schlichtung ins Spiel. Der Deutsche Bahnkunden-Verband hatte am Donnerstag im "Münchner Merkur" bereits gefordert, künftig Fahrgastvertreter bei Tarifgesprächen miteinzubeziehen.

Die Lokführer hatten im Herbst bereits sechsmal gestreikt und dabei die Dauer des Ausstands stets verlängert. Der Zugverkehr wurde bundesweit stark eingeschränkt.

In der vorigen Woche erklärte die GDL die Tarifverhandlungen abermals für gescheitert. Zur Begründung hieß es, die Bahn sei von ihrer Zusage aus dem Dezember abgerückt, dass die GDL eigenständig und unabhängig von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandeln dürfe. Über inhaltliche Forderungen der GDL nach kürzerer Arbeitszeit und fünf Prozent mehr Geld wurde noch nicht gesprochen.

joe/dpa

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