Streik in Berlin Busse, Trams und U-Bahnen stehen still

Streikhauptstadt Berlin: Die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe haben ihren mehrtägigen Streik gestartet, Busse, Trams und U-Bahnen stehen still. Pendler steigen auf das Auto um, die Polizei regelt an überfüllten Bahnsteigen den Fahrgastverklehr.


Berlin - Auch Pendler in Berlin werden seit heute Vormittag auf eine harte Geduldsprobe gestellt: Die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe BVG treten in einen unbefristeten Streik. Fast alle U-Bahnen, Trams und Busse sollen bis Ende nächster Woche in den Depots bleiben.

Auf den Straßen der Hauptstadt war heute deutlich mehr los als sonst. Zusätzlich sorgte der am Morgen einsetzende Schneefall für Behinderungen. Auch die S-Bahnen waren voll. Am Verkehrsknotenpunkt Bahnhof Friedrichstraße musste die Polizei eingreifen, um die Menschenströme zu dirigieren.

Anders als der nur auf heute terminierte Warnstreik an den Flughäfen handelt es sich in Berlin um unbefristete Arbeitsniederlegungen. Laut BVG gilt bis mindestens Freitag nächster Woche der Notfahrplan. Die S-Bahnen und Regionalbahnen fahren hingegen planmäßig.

Im Tarifstreit fordern die Beschäftigten der BVG zwölf Prozent mehr Lohn. Der kommunale Arbeitgeber bot Neueingestellten bisher einen Lohnaufschlag von sechs Prozent und den Altbeschäftigten "reale Lohnzuwächse". Ver.di will endlich ein beziffertes Angebot sehen. "Falls es etwas zu verhandeln gibt, kann innerhalb einer Stunde unsere Große Tarifkommission zusammentreten, um eine Unterbrechung des Streiks zu beschließen", sicherte Ver.di-Verhandlungsführer Frank Bäsler laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" zu. Auch sei es denkbar, zwischendurch den Streik in einzelnen Unternehmensbereichen auszusetzen. "Wir sind flexibel", so der Verdi-Mann.

Ersatzbusse eines privaten Anbieters fahren laut BVG-Notfahrplan zwischen 5 und 23 Uhr im 30-Minuten-Takt, auf der Linie TXL zum Flughafen Tegel im 20-Minuten-Takt. Sie ersetzen die wichtigsten U-Bahn- und Tramlinien.

Für die Internationale Tourismusbörse ITB ist von der Innenstadt aus ein Shuttle zum Messegelände eingerichtet. Die Zahl der kostenlosen Busse sei wegen des Streiks aufgestockt worden, gab die Messeleitung heute bekannt.

Die Shuttles fahren in zwei Linien zur Messe: Linie A über Unter den Linden26/Friedrichstr. – Leipziger Platz und Linie B über Wittenbergplatz – Kurfürstendamm. Außerdem läuft ein ständig aktualisierter Info-Ticker über Anreise-Alternativen auf der Startseite der Internetseite der ITB Berlin.

reh/dpa/AP



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