Streik in Frankfurt Lufthansa streicht rund 250 Flüge

Der Streik der Vorfeldkontrolleure am Frankfurter Flughafen geht auch am Freitag weiter: Schon am Vorabend waren mehr als 270 Flüge abgesagt, die meisten davon bei Lufthansa. Am Donnerstag waren 172 Verbindungen ausgefallen - obwohl der Ausstand nur einen halben Tag dauerte.

DPA

Frankfurt am Main - Am Frankfurter Flughafen fallen wegen des Streiks auch am Freitag viele Flüge aus. Am Donnerstagabend waren nach Angaben des Flughafen-Betreibers Fraport schon mehr als 270 Flüge für den nächsten Tag gestrichen, mehr als 200 davon von Lufthansa. Dabei handele es sich meist um Kurzstreckenflüge innerhalb von Deutschland oder ins benachbarte Ausland.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bestärkte die rund 200 Mitarbeiter der Vorfeldsicherung am Abend darin, auch am Freitag die Arbeit niederzulegen - während der gesamten Betriebszeit von acht bis 22 Uhr.

Am Donnerstag war der Flughafen lediglich zwischen 15 und 22 Uhr bestreikt worden. Dennoch seien 172 der ursprünglich geplanten 526 Flüge ausgefallen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Abend. Fraport-Vorstand Peter Schmitz hatte zuvor erklärt, es handele sich ausschließlich um Kurz- und Mittelstrecken, während die interkontinentalen Verbindungen aufrechterhalten blieben.

Der Flugplan war schon nach der Ankündigung des Streiks deutlich zusammengestrichen worden. Nur rund die Hälfte der geplanten Flüge konnten nach Angaben von Fraport durchgeführt werden. Die Fluggesellschaften hätten darüber entscheiden müssen, welche Flüge sie bedienen wollten und welche nicht, sagte Fraport-Sprecher Mike Peter Schweitzer. Pro Tag starten und landen in Frankfurt normalerweise rund 1250 Flüge.

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa konnte am Donnerstag eigenen Angaben zufolge rund zwei Drittel der geplanten Flüge abwickeln. Zwischen 15 und 22 Uhr mussten knapp über 90 von 316 geplanten Starts und Landungen gestrichen werden, sagte eine Sprecherin. Bei den ausgefallenen Flügen handelte es sich demnach nur um innereuropäische Verbindungen.

Luftfahrt-Branche und Wirtschaft kritisierten den Ausstand des Vorfeldpersonals scharf. Fraport-Personalchef Herbert Mai verlangte gesetzlichen Schutz vor dem Einfluss der Spartengewerkschaften: "Zwei Prozent der Beschäftigten dürfen einfach nicht ein Unternehmen erpressen".

Die Fluglotsen zeigten sich mit der Wirkung des Streiks zufrieden, wie ein Sprecher der GDF sagte. Er sprach von einer sehr guten Beteiligung. Von den rund 200 Vorfeldlotsen, Einweisern und Verkehrsplanern hätten sich 16 nicht an dem Ausstand beteiligt, sagte Fraport-Manager Schmitz.

Der durch den Streik entstehende finanzielle Schaden sei für Fraport noch nicht zu beziffern, sagte Schmitz. Fraport will auch am Freitag trotz des angekündigten weiteren Streiks mehr als die Hälfte der planmäßigen Starts und Landungen abwickeln. "Die Lernkurve unseres Zusatzpersonals zeigt nach oben", sagte Schmitz mit Blick auf neu geschultes Personal. Der Streik wird wohl noch bis mindestens Samstag Behinderungen im Flugverkehr verursachen.

Für Reisende, die sich gegen den Streik rüsten wollen, hat SPIEGEL ONLINE hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Kontaktadressen und Telefonnummern der Fluggesellschaften zusammengestellt.

abl/usp/Reuters/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
cosmo72 16.02.2012
1. zu gierig und dämlich
Zitat von sysopDPADer Streik der Vorfeld-Kontrolleure am Frankfurter Flughafen geht auch am Freitag weiter. Die Lufthansa muss voraussichtlich 250 Flüge stornieren. Am Donnerstag fallen an Deutschlands größten Drehkreuz rund 150 Verbindungen aus. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,815763,00.html
Tja und dann kommen im Frühjahr und Sommer vielleicht noch Streiks gegen Fluglärm in Form von Autocorso auf den Straßen um den Flughafen und Leute die Parkhäuser und Aufzüge blockieren. Scheint, dass sich die Gier der CEO nicht mehr länger gegen die Menschen durchsetzen lässt ... ich bin gespannt - die Lufthansa sieht mit den Streiks gegen ihr räudiges "Schlecker"Modell schon interessanten Einnahmeausfällen entgegen, die Fraport ... wird noch schön an dem Flughafen dieses Jahr! Am Ende werden die Lärmgegner wohl zusammen mit den Lotsen und den LH Mitarbeitern 7 Tage die Woche ab morgens um drei hupend durch die Wohngebiete fahren, in denen die Manager wohnen einfach mal teilen - austeilen! Ich denke dann wissen die wieder, dass verantwortungsvolle Solidargemeinschaft keine schlechte Sache ist.
vogelsteller 16.02.2012
2.
wenn mein starker arm es will, dann stehen alle räder still. danach muss gehandelt werden.
janne2109 16.02.2012
3.
Zitat von sysopDPADer Streik der Vorfeld-Kontrolleure am Frankfurter Flughafen geht auch am Freitag weiter. Die Lufthansa muss voraussichtlich 250 Flüge stornieren. Am Donnerstag fallen an Deutschlands größten Drehkreuz rund 150 Verbindungen aus. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,815763,00.html
wunderbar, das entschleunigt sehr, nehmt einen Urlaubstag und lest mal wieder ein gutes Buch und geht eine Runde in die Natur.
Sommerschnee 16.02.2012
4.
Gerade in der Tagesschau wurde genannt, dass die Vorfeld-Lotsen bereits jetzt über 50.000 Euro verdienen - also keineswegs unterbezahlt sind. Und dann noch 50-70% obendrauf... Mir fehlen die Worte.
veremont 16.02.2012
5. Theater
Zitat von cosmo72Tja und dann kommen im Frühjahr und Sommer vielleicht noch Streiks gegen Fluglärm in Form von Autocorso auf den Straßen um den Flughafen und Leute die Parkhäuser und Aufzüge blockieren. Scheint, dass sich die Gier der CEO nicht mehr länger gegen die Menschen durchsetzen lässt ... ich bin gespannt - die Lufthansa sieht mit den Streiks gegen ihr räudiges "Schlecker"Modell schon interessanten Einnahmeausfällen entgegen, die Fraport ... wird noch schön an dem Flughafen dieses Jahr! Am Ende werden die Lärmgegner wohl zusammen mit den Lotsen und den LH Mitarbeitern 7 Tage die Woche ab morgens um drei hupend durch die Wohngebiete fahren, in denen die Manager wohnen einfach mal teilen - austeilen! Ich denke dann wissen die wieder, dass verantwortungsvolle Solidargemeinschaft keine schlechte Sache ist.
"Juhuu, billige Grundstücke neben dem Flughafen. Schnell kaufen!!! Ganz schön laut hier, dieser verdammte Flughafen macht mein tolles Schnäppchen kaputt!! Demonstrieren!!!" Dat sind mir sowieso die Liebsten...;) Die Vordingskontrolleure nagen sicherlich am Hungertuch. Natürlich, jeder der sich keinen Drittwagen leisten kann sollte auf die Straße zum demonstrieren gehen!
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