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16. Oktober 2007, 17:50 Uhr

Streik in Frankreich

Deutsche Bahn warnt vor Behinderungen

Es soll einer der schlimmsten Streiks seit Monaten werden, eine schwere Prüfung für Staatspräsident Sarkozy: Ab Mittwoch Abend sollen in Frankreich die Züge stillstehen – das könnte auch den deutschen Bahnverkehr in Grenznähe beeinträchtigen.

Paris/Berlin - Mit einem flächendeckenden Streik wollen die französischen Bahngewerkschaften eine von Staatspräsident Nicolas Sarkozy geplante Rentenreform stoppen. Die Deutsche Bahn warnt deswegen vor erheblichen Behinderungen in Frankreich sowie im grenzüberschreitenden Zugverkehr ab Mittwochabend. Die Beschäftigten der staatlichen Bahngesellschaft SNCF legen ab Mittwoch, 20 Uhr, bis zum Freitagmorgen die Arbeit nieder. Betroffen von dem Streik sind insbesondere die Verbindungen zwischen Stuttgart beziehungsweise Saarbrücken und Paris, teilte die Deutsche Bahn heute mit.

Die französische Regierung will Rentenprivilegien der Bahnangestellten abschaffen. Lokführer können in Frankreich noch mit 50 Jahren in den Ruhestand gehen. Auch die Beschäftigten weiterer Staatsbetriebe, etwa der Energieversorger, genießen Vergünstigungen, die Sarkozy begrenzen will. Der Streik am Donnerstag ist die erste harte Kraftprobe für den Präsidenten seit seiner Wahl vor fünf Monaten.

Die Regierung erwartet laut Arbeitsminister Xavier Bertrand einen "sehr starken Streik". Die Staatsbahn SNCF teilte mit, es würden am Donnerstag lediglich 46 von normalerweise 700 TGV-Hochgeschwindigkeitszügen in Frankreich verkehren. Die Corail-Interregios wurden laut der SNCF-Website gestrichen. Bei den internationalen Verbindungen mit dem Thalys Richtung Deutschland und dem Eurostar nach Großbritannien und Belgien sollen laut SNCF zwei Drittel der Verbindungen aufrecht erhalten werden. Die Pariser Verkehrsbetriebe kündigten "sehr starke Störungen im gesamten Netz" an.

Die französische Luftfahrtbehörde DGAC erwartet insbesondere am Donnerstagmorgen auch im Flugverkehr Probleme, weil Mitarbeiter der Flughäfen und Airlines wegen der Probleme im Nahverkehr nicht zur Arbeit kommen könnten.

sto/AP/AFP

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