Flugbegleiter-Streik Lufthansa streicht fast 300 Flüge

Der Lufthansa-Streik trifft Zehntausende Reisende: 290 Flüge müssen am Freitag in Frankfurt und Düsseldorf abgesagt werden. Am Samstag legen die Flugbegleiter auf Kurz- und Mittelstrecken ab Frankfurt die Arbeit nieder.

Frankfurter Flughafen: Ab 14 Uhr werden hier Lufthansa-Flüge bestreikt
DPA

Frankfurter Flughafen: Ab 14 Uhr werden hier Lufthansa-Flüge bestreikt


Die Lufthansa hat am ersten Tag des Flugbegleiter-Streiks 290 Flüge gestrichen, darunter 15 Interkontinental-Verbindungen. Von den Absagen in Frankfurt und Düsseldorf am Freitag seien 37.500 Passagiere betroffen, teilte die Airline mit.

Gerechnet auf die gesamte Lufthansa-Gruppe entspreche das nur knapp zehn Prozent der für diesen Tag geplanten Flüge. Die Gewerkschaft Ufo hat allerdings nur die Flugbegleiter der Muttergesellschaft Lufthansa, die rund 1800 Verbindungen täglich fliegt, zum Streik aufgerufen.

Am Samstag wollen die Flugbegleiter in Frankfurt fast den ganzen Tag streiken. Ab 6 Uhr bis 23 Uhr werde das Kabinenpersonal auf den Kurz- und Mittelstreckenflügen der A320- und 737-Flotte die Arbeit niederlegen, kündigte Ufo an.

Lufthansa und der Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport rechnen mit einer hohen Zahl gestrandeter Passagiere. Die Airline hat nach eigenen Angaben bereits 2500 Hotelzimmer in Frankfurt reserviert. Diese können aber nur von Fluggästen genutzt werden, die in den Schengenraum einreisen dürfen. Transitpassagiere ohne Visum können hingegen das Flughafenterminal nicht verlassen. Fraport wird daher unter anderem Hunderte Feldbetten aufstellen und zusätzliches Betreuungspersonal einsetzen.

Vor allem aus Indien nutzen viele Passagiere Frankfurt als Umsteige-Flughafen bei Langstreckenverbindungen in Richtung Nordamerika. Wegen der flexiblen Streiktaktik der Gewerkschaft Ufo ist noch unklar, wann sie weiterreisen können.

Die Gewerkschaft hatte erklärt, dass am Sonntag nicht gestreikt werde. In München werde bis einschließlich Sonntag nicht gestreikt, da in Bayern und Baden-Württemberg noch Herbstferien sind. Sollte die Lufthansa nicht einlenken, werde Ufo die angekündigten Streiks zunächst bis zum kommenden Freitag fortsetzen.

Lufthansa kritisierte Ufo erneut für die Streiktaktik mit kurzfristigen Ankündigungen zu Zeit und Ort. Dies mache es für die Fluggesellschaft besonders schwierig, ihren Kunden alternative Reisemöglichkeiten anzubieten. Ein Notflugplan ist inzwischen veröffentlicht, wer am Freitag einen Flug geplant hatte, kann hier online den Status der Verbindung überprüfen.

Fraport und Lufthansa riefen ihre Kunden auf, sich möglichst online über ihre Flüge zu informieren, da insbesondere im Europaverkehr ab dem Nachmittag mit Hunderten Flugausfällen zu rechnen sei. Umbuchungen beispielsweise auf die Bahn sind auch per Internet möglich, sodass man dafür nicht zum Flughafen zu kommen brauche. (Mehr Informationen zum Streik finden Reisende hier.)

Der Arbeitskampf betrifft nur die Lufthansa selbst und nicht die Konzerntöchter Germanwings, Eurowings, Austrian Airlines, Swiss, Air Dolomiti oder Brussels Airlines. Auch einzelne Lufthansa-Fernstrecken, die von der Lufthansa Cityline betrieben werden, dürfen laut Ufo-Streikfibel nicht bestreikt werden

Lufthansa-Streik im November
Die Flugbegleiter der Lufthansa streiken - betroffen sind Flüge ab Frankfurt, München und Düsseldorf. Die wichtigsten Infos für Reisende finden Sie hier.

sto/abl/dpa/Reuters



insgesamt 28 Beiträge
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outsider-realist 06.11.2015
1. Kurzfristig?
Also ich wusste schon vor knapp einer Woche, das heute mit Streik zu rechnen ist.
new_eagle 06.11.2015
2. Jeder Streiktag gut für globale Klima
Jeder Tag an dem Lufthansa bestreikt wird ist ein guter Tag für den globalen Klimaschutz. Also liebe UFO's streikt am besten für immer!
tutnet 06.11.2015
3. Feldbetten am Flughafen
sollte man auch nach dem Streik unbedingt beibehalten, vielleicht läßt sich das Jugendherbergswerk als Betreiber gewinnen für die JH FRA.
ich2010 06.11.2015
4.
tja. so beißt man in die hand, die einen füttert. ich buche schon lange nicht mehr lh.
iffelsine 06.11.2015
5. Es gibt ausreichend andere Fluggesellschaften !
LUFTHANSA selbst sollte seinen Flugbetrieb einstellen und das gesamte Geschäft an seine Billigtöchter abgeben. Die Angestellten machen ihre eigene Firma kaputt, selbst schuld.
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