Hafen von Piräus Streik stört Fährverkehr auf griechische Inseln

Die Fähren bleiben in den Häfen, Busse und U-Bahnen stehen still: In Griechenland legt ein Streik den Verkehr lahm.

Streik im Hafen von Piräus
AFP

Streik im Hafen von Piräus


Wer heute von Piräus aus per Fähre in den Urlaub starten will, muss seine Anreise verschieben: Aus Protest gegen weitere Sparmaßnahmen und Privatisierungen haben in Griechenland am Mittwoch umfangreiche Streiks begonnen. Es ist der zweite große Arbeitskampf nach dem Wahlsieg der Konservativen unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis.

Am stärksten von dem Ausstand betroffen ist der Bereich Verkehr: Zahlreiche Fähren, die eigentlich Urlauber auf die beliebten griechischen Inseln bringen sollen, blieben in den Häfen. Der Zeitung "Ekathimerini" zufolge sind Passagierschiffe in den Häfen von Piräus, Rafina und Lavrio betroffen.

Auch die U-Bahnen und die Züge fuhren demnach nicht. Die Busfahrer von Athen legten die Arbeit für mehrere Stunden nieder. In Thessaloniki fallen die Busse den ganzen Tag aus.

Zudem werden alle staatlichen Schulen bestreikt, das berichtete das Staatsfernsehen ERT. Wegen der Beteiligung auch des Verbandes der griechischen Journalisten am Streik gab es im Radio und Fernsehen von 6 Uhr an keine Nachrichten. Nachrichtensendungen soll es erst nach 24 Stunden wieder geben.

Zum Streik haben die Gewerkschaft des Staatsbediensteten ADEDY, die kommunistische Gewerkschaft PAME und der Dach-Gewerkschaftsverband des privaten Bereichs GSEE aufgerufen.

Der konservative Mitsotakis hatte am 7. Juli den linken Regierungschef Alexis Tsipras abgelöst und erklärt, er werde die Bürokratie bekämpfen und die Privatisierungen vorantreiben. Obwohl die Regierung dies ausschließt, befürchten die Gewerkschaften Entlassungen. Zudem soll das Streikrecht eingeschränkt werden. Ein Streik soll nach einem neuen Gesetz nur dann legal sein, wenn mehr als 50 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft ihm zugestimmt haben. Bislang reichte dazu der Beschluss eines Gewerkschaftsvorstandes.

Bereits am 24. September hatten zahlreiche griechische Gewerkschaften einen Arbeitskampf organisiert. Alle Fähren waren wegen der Beteiligung der Seeleute in den Häfen geblieben. Betroffen waren auch die U-Bahn- und die Busfahrer von Athen.

jus/dpa



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