Kurzschluss am Streiktag Stromausfall verdunkelte Hauptbahnhof in Frankfurt

Erst der Streik, dann ein Stromausfall: Der Frankfurter Hauptbahnhof lag am Freitag für eineinhalb Stunden teilweise im Dunkeln. Ursache war vermutlich ein Kurzschluss in einem Umspannwerk.

DPA

Frankfurt am Main - Ein Stromausfall hat den Frankfurter Hauptbahnhof am Freitag für etwa eineinhalb Stunden teilweise lahmgelegt. Geschäfte und Restaurants mussten zeitweise schließen. "Im Reisezentrum ist es dunkel und die Computer arbeiten nicht", sagte eine Sprecherin der Bahn. Die Anzeigetafeln blieben schwarz, die Lautsprecher stumm.

Zwar ist ein Notstromaggregat angesprungen, das mit seinem Qualm die Feuerwehr aufs Bahnhofsdach gelockt hat, aber entweder funktionierte es nicht richtig oder es versorgte nur bestimmte Bereiche.

Schlangen bildeten sich zwischenzeitlich bei den Mitarbeitern der Bahn. In Fußballmannschaftsstärke standen diese in der Mitte des Bahnhofs und gaben, mit Fahrplanbüchern bewaffnet, Auskunft. Gegen drei Uhr floss der Strom wieder.

Ein Kurzschluss in einem Umspannwerk war nach ersten Erkenntnissen des Energieversorgers Mainova die Ursache für den Stromausfall. Der Zugverkehr und die Häuser in der Nachbarschaft waren nicht betroffen. "Es fuhr eigentlich alles", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Etwa eineinhalb Stunden lang sei der Strom immer mal wieder an einer Stelle kurz ausgefallen. "Auch bei uns in der Wache."

10.000 zusätzliche Bahn-Reisende

Wegen des Streiks bei der Lufthansa hat die Deutsche Bahn am Freitag bislang rund 10.000 zusätzliche Passagiere gezählt. Besonders auf den Strecken Frankfurt-München und Frankfurt-Berlin seien mehr Menschen unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher. Bis zum Nachmittag sei die Bahn aber ohne zusätzliche Züge ausgekommen, weil am Freitag ohnehin mehr unterwegs seien. Auch im Laufe des Abends werde das Unternehmen voraussichtlich keine Extrazüge auf die Schiene bringen müssen.

Die Lufthansa hat wegen des flächendeckenden Streiks der Flugbegleiter knapp tausend Flüge gestrichen (hier finden Sie im Minutenprotokoll die Ereignisse des Vormittags). Rund 100.000 Reisende waren von dem bislang beispiellosen Ausstand der Flugbegleiter betroffen. Chaos gab es aber zunächst weder an Flughäfen, Bahnhöfen noch auf den Autobahnen.

Gestrandete Lufthansa-Kunden können im innerdeutschen Verkehr ihre Tickets in Reisegutscheine für die Deutsche Bahn umwandeln lassen. Dieser Gutschein gilt als Fahrschein. Bei Verbindungen ins Ausland müssen die Reisegutscheine vor Fahrtantritt an einem Bahn-Schalter gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.

jus/dpa



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