Nach Sturmtief "Xavier" Hier ist der Bahnverkehr noch gestört

Auch am Tag nach dem verheerenden Sturmtief "Xavier" ist der Bahnverkehr im Norden und Nordosten Deutschlands noch beeinträchtigt. Reisende müssen bis Anfang kommender Woche mit Behinderungen rechnen. Der Überblick.

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Nach dem Herbststurm "Xavier" sind in Deutschland weiterhin zahlreiche Bahnstrecken gesperrt. Es werde mit Hochdruck geräumt, sagte Bahnsprecher Achim Stauß dem Fernsehsender Phoenix. "Die Schäden sind doch recht groß." Umgestürzte Bäume und zerstörte Oberleitungen sorgten vor allem in Fernverkehr den ganzen Tag für Zugausfälle und massive Verspätungen. Tausende Reisende strandeten auch einen Tag nach dem Orkantief an den Bahnhöfen.

Die Auswirkungen des Sturms auf die Infrastruktur der Deutschen Bahn werden sich teilweise bis Anfang kommender Woche hinziehen, teilte die Bahn mit. Besonders stark betroffen ist die Strecke Berlin - Hamburg, auf der die Oberleitungen über eine Länge von sechs Kilometern massiv beschädigt seien und nun neu gebaut werden müsse.

Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindungen informieren. Tickets für Züge, die nun ausfallen, könnten bis 15. Oktober genutzt werden. Das gelte auch für Fahrkarten mit Zugbindung. Reiseauskünfte erteilt die Bahn unter der Sondertelefonnummer 08000996633. Fahrgäste, die ihre Fahrt nicht fortsetzen können, erhalten Hotel- oder Taxigutscheine. Zudem werden an ausgewählten Bahnhöfen weiterhin Hotelzüge bereitgestellt.

Am Abend gab die Bahn bekannt, ab wann die zurzeit noch gesperrten Strecken im Fernverkehr zum Betriebsbeginn wieder befahrbar sein könnten:

  • Samstag, 7. Oktober: Hannover - Berlin, Hamburg - Hannover, Berlin - Dresden, Hamburg - Kiel - Westerland (Sylt),
  • Sonntag, 8. Oktober: Bremen - Hannover
  • Montag, 9. Oktober: Hamburg - Berlin, Osnabrück - Hamburg, Hannover - Magdeburg - Berlin
  • Mittwoch: 11. Oktober: Leer - Oldenburg - Bremen

Der Fernverkehr von Berlin nach Leipzig und weiter nach München konnte am Mittag mit Einschränkungen wieder aufgenommen werden. Fernverkehrszüge von Berlin Richtung Frankfurt - Mannheim - München/Basel werden weiträumig umgeleitet, halten jedoch nicht in Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg.

Außerdem ist der Nahverkehr in Norddeutschland noch stark von den Unwetterschäden betroffen. Die Einschränkungen sollen laut Bahn bis Montagmorgen behoben sein:

  • So fallen etwa in Niedersachsen die RE-Züge zwischen Hannover und Bremen, Bremen - Bremerhaven-Lehe sowie Bremen - Osnabrück, Bremen - Leer (Ostfriesland) und Verden - Rotenburg aus, wie die Bahn meldet.
  • Der Zugverkehr der Privatbahn Metronom ist ebenfalls weiterhin stark eingeschränkt, so werden die Strecken Hamburg - Bremen sowie Cuxhaven - Hamburg und Hannover - Uelzen nicht bedient. Das Unternehmen bittet die Fahrgäste, von Freitag bis Sonntag auf Bahnreisen zu verzichten. Die Buskapazitäten seien "vollkommen ausgeschöpft", die großen Bahnhöfe überfüllt.
  • In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind laut der Bahn-Webseite nur einige RE-Verbindungen wieder aufgenommen worden.
  • In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gibt es Einschränkungen unter anderem im Großraum Magdeburg, Stendal und Dessau.
  • "Einzelne Lichtblicke" gebe es im Regionalverkehr etwa in Schleswig-Holstein, sagte der Sprecher. Dort hätten Bäume schon entfernt und Strecken schon abgefahren werden können.
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Unwetter: "Xavier" stürmt über Deutschland

Auch im öffentlichen Nahverkehr sind die Auswirkungen des Sturms noch zu spüren:

  • In Berlin kommt es "nach Beseitigung vieler Unwetterschäden im gesamten S-Bahn-Netz noch zu massiven Beeinträchtigungen", twittert die Berliner S-Bahn. Seit dem Mittag wird das komplette Streckennetz wieder befahren. Der U-Bahn- und Bus-Verkehr lief seit dem Morgen wieder weitestgehend.
  • In Hannover ist der S-Bahn-Verkehr eingeschränkt wieder angelaufen. Mit weiteren Ausfällen und Verspätungen sei aber noch zu rechnen, meldet die Bahn.
  • In Hamburg ist der Betrieb auf allen U- und S-Bahn-Linien wieder aufgenommen worden.

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abl/AFP/dpa

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