Suchaktion in Tirol Pforzheimer Bürgermeister unter vermissten Wanderern

Den Rettern am Großvenediger läuft die Zeit davon: Seit Samstag sind in den österreichischen Alpen vier deutsche Wanderer verschwunden. Einer der Vermissten ist Bürgermeister von Pforzheim, er gilt als erfahrener Bergsteiger. Doch das Wetter erschwert die Suche.


Wien/Innsbruck/Pforzheim - In einem Wettlauf gegen die Zeit suchen seit Samstag österreichische Rettungskräfte in Tirol nach vier vermissten Schneeschuh-Wanderern aus Baden-Württemberg. Unter den Vermissten ist der Pforzheimer Bürgermeister Alexander Uhlig, wie die Stadtverwaltung bestätigte. Die anderen Wanderer kämen aus Böblingen und Tübingen, hieß es beim Alpenverein Pforzheim, dessen zweiter Vorsitzender Uhlig ist.

Die vier Männer könnten in eine Gletscherspalte gefallen sein oder sich bei schlechtem Wetter verirrt habe, teilte die Polizei in Zell am See am Montag mit. Die Suche wurde immer wieder von Sturm, Nebel und Neuschnee behindert. Da die Männer aber gute Ausrüstung wie Biwak-Schlafsäcke dabeihaben, hatten die Retter auch am Montag noch Hoffnung, sie lebend zu finden. Der Vorsitzende des Pforzheimer Alpenvereins, Rolf Constantin, sagte, die Gruppe sei beim Abstieg noch gesichtet worden. Uhlig gilt als erfahrener Bergsteiger.

Die 40 bis 50 Jahre alten Alpinsportler waren am Samstag bei einer Wanderung am rund 3600 Meter hohen Großvenediger bei Prägraten an der Grenze zwischen Tirol und Salzburg in einem Gebiet ohne Handy-Empfang unterwegs. Die Gruppe war im Nebel abgestiegen. Als sie nachmittags nicht wie verabredet zu einer Hütte kamen, verständigte ein dort wartender Freund die Bergrettung.

Die Suche mit etwa 70 Helfern auf dem Boden und per Hubschrauber aus der Luft auf Salzburger und Osttiroler Gebiet wurde mit der Zeit immer mehr ausgedehnt. Wegen starken Nebels und Neuschnees mussten die Retter ihre Bemühungen aber immer wieder unterbrechen, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

"Wir haben schon nach vier Tagen noch Menschen lebend auf einem Gletscher gefunden", sagte Polizeisprecher Siegfried Berger am Montag. Wenn die erfahrenen Alpinsportler unverletzt seien und sich beispielsweise eine Schneehöhle gebaut haben, hätten sie gute Überlebenschancen. Wegen Sturms könne aber momentan kaum in dem Gebiet gesucht werden, in dem die vier Männer am wahrscheinlichsten vermutet werden - alle hoffen auf besseres Wetter.

Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) erklärte, er sei "guten Mutes, dass mein Kollege Alexander Uhlig gut und wohlbehalten zurückkehrt". Bisher fehlt aber von allen vier Wanderern jede Spur.

ffr/dpa/AFP/apn



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