Fotostrecke

Reisetipps für Südkorea: So sieht's aus

Foto: Getty Images/EyeEm

Reise-Know-how für Südkorea Schlürfen erlaubt, Streiten verboten

Gibt es noch Tickets für die Olympischen Winterspiele? Was gibt es in Südkorea zu essen? Muss ich Trinkgeld geben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen für reisende Sportfans und neugierige Globetrotter.

Seit Wochen rüstet sich Südkorea für die Olympischen Winterspiele, die am 9. Februar beginnen. Sie haben Tickets? Hervorragend, dann können Sie ja gleich das ganze Land bereisen und bei Kimchi und Soju die koreanische Kultur kennen lernen. Vielleicht aber waren Sie sowieso neugierig auf das ostasiatische Land - Olympia hin oder her?

Wir haben Tipps, wie Sie sich am besten auf eine Südkorea-Reise vorbereiten - und welche Fettnäpfchen Sie kennen sollten.

Wie komme ich nach Korea?

Lufthansa, Korean Air und Asiana fliegen von München und Frankfurt aus bereits ab rund 600 Euro nonstop nach Seoul. Von fast allen anderen deutschen Flughäfen aus ist die südkoreanische Hauptstadt per Multistoppflug erreichbar (nach günstigen Flügen können Sie hier  suchen).

Für die Einreise nach Südkorea brauchen deutsche Staatsangehörige kein Visum, ein gültiger Reisepass genügt. Die Aufenthaltsgenehmigung, die Sie bei Ihrer Ankunft am internationalen Flughafen Incheon bekommen, gilt automatisch für 90 Tage. Reisende müssen jedoch im Besitz eines Rückflugtickets sein, um zu belegen, dass sie das Land auch wieder verlassen werden.

Fotostrecke

Reisetipps für Südkorea: So sieht's aus

Foto: Getty Images/EyeEm

Und wie bewege ich mich im Land fort?

In Seoul angekommen, lohnt es sich, mit dem Zug weiter zu reisen. Erst vor Kurzem wurde ein Expresszug eingerichtet, der die Besucher in rund zwei Stunden zu den Wettkampfstätten der Olympischen Spiele in Pyeongchang und Gangneung bringt. Mit dem Pyeongchang-Korail-Pass  können Touristen das ganze Land bereisen. Es wird empfohlen, die Züge frühzeitig zu buchen.

Auch Busse fahren in Südkorea fast in jede Ecke des Landes, und sie sind dazu preiswerter als die Bahn. Wer es gern flexibler mag, kann sich auch einen Mietwagen nehmen. Doch dann am besten gleich das Navi dazu, denn es wird schwierig, detaillierte Straßenkarten in englischer Sprache zu finden.

Woher bekomme ich Tickets für die Olympischen Spiele?

Das Interesse der Zuschauer an den Winterspielen hält sich in Südkorea in Grenzen. Zwei Wochen vor der Eröffnungsfeier waren gerade einmal 70 Prozent der von den Veranstaltern angepeilten Ticketverkäufe erreicht. Und das, obwohl bereits Unternehmen, Schulen und Regionalregierungen Zehntausende Eintrittskarten bestellt haben, damit die Tribünen nicht allzu leer wirken. Auf der offiziellen Seite  können noch für viele Events Tickets erworben werden.

Fotostrecke

Olympische Winterspiele: Hier finden die Wettbewerbe statt

Foto: Kim Hong-Ji/ REUTERS

Funktioniert meine Kreditkarte in Südkorea?

Die nationale Währung Südkoreas ist der Won (KRW). Laut aktuellem Wechselkurs  bekommt man für einen Euro etwa 1300 Won. Bargeld kann am Flughafen, bei Banken, in Wechselstuben und in manchen Hotels umgetauscht werden. Mit den gängigen internationalen Kreditkarten kann an internationalen Geldautomaten, die mit der Kennung "Global ATM" gekennzeichnet sind, Geld abgehoben werden. Das Abheben mit deutschen EC-Karten ist hingegen kaum möglich. In Hotels, großen Kaufhäusern und Restaurants kann in der Regel mit Kreditkarte bezahlt werden.

Was sollte ich dort essen?

Die koreanische Küche hat weit mehr zu bieten als das bekannte und als Unesco-Welterbe geehrte Kimchi (eingemachtes Gemüse, ähnlich wie Sauerkraut). Das südkoreanische Essen gilt als eine der besten kulinarischen Erfahrungen in Asien.

Jede Provinz hat ihre eigene Spezialität, die aus regionalen Zutaten zubereitet wird. Typisch ist Hanjeongsik, ein traditionelles Mahl, das mit Reis, Suppe und unzähligen Beilagen serviert wird. Auch Bibimbap gehört zu den Klassikern: eine Mischung aus Reis, Gemüse und roter Chilipaste, garniert mit einem Spiegelei. Außerdem gibt es fast überall immer frischen Fisch, Fleisch und frisches Gemüse.

In den Garküchen, die meist abends an Straßenkreuzungen aufgebaut werden, kann - und sollte - bedenkenlos gegessen werden. Besonders authentisch ist der Reisschnaps Soju hinterher und zu jeder Zeit.

Muss ich Trinkgeld geben?

In Südkorea erwartet niemand ein Trinkgeld - denn der perfekte Service gilt als Selbstverständlichkeit, die nicht extra entlohnt werden muss. Oft ist die Servicepauschale auch schon im Preis enthalten. Wer trotzdem Trinkgeld geben will, sollte sich vorher informieren, ob das okay ist. Denn oft wird das gut gemeinte Kleingeld sogar als Beleidigung empfunden.

Welche Fettnäpfchen sollte ich kennen?

Rund ein Viertel der südkoreanischen Bevölkerung ist buddhistisch. Die Kultur ist vor allem durch ihre sozialen Beziehungsnetzwerke geprägt. Es wird mehr Wert auf Zugehörigkeit zu einer Gruppe gelegt als auf die eigene Individualität. Koreaner suchen daher meist nach dem Gemeinsamen und behandeln einander sehr höflich. Dazu gehört auch das "Wahren des Gesichts". Öffentliche Wutausbrüche gelten als unschicklich, eine Streitkultur gibt es quasi nicht. Auch das Nein-Sagen und mit dem Finger auf Menschen zeigen, gelten als grob unhöflich.

Wer in einem der schickeren Restaurants in Seoul essen geht, sollte wissen, wie man sich zu Tisch richtig benimmt - vor allem, wenn mit Einheimischen gegessen wird. Wie in vielen asiatischen Ländern wird mit Stäbchen oder Löffeln gegessen statt mit Messer und Gabel. Die Tischmanieren sind anders als in Europa: Es darf geschlürft werden, aber Schmatzen, Husten, Niesen oder Naseputzen bei Tisch ist verpönt. Sich selbst sein Getränk ins Glas schütten gilt als besonders egoistisch und sollte vermieden werden.

Wer geschäftlich nach Südkorea reist, sollte beim Überreichen der Visitenkarte achtgeben. Diese sollte stets mit beiden Händen gegeben oder entgegengenommen werden. Die Karte muss außerdem aufmerksam studiert werden - alles andere wird als Respektlosigkeit verstanden.

Was kann ich neben den Olympischen Spielen noch so unternehmen?

Wer ein Ticket für die Olympischen Spiele hat, wird sich wohl vor allem rund um die Spielstätten in und um Pyeongchang aufhalten. Sportliebhaber können sich in der Region gut beschäftigen: Denn über 80 Prozent besteht aus Bergen und eignet sich perfekt für Outdoor-Unternehmungen und Wintersport aller Art.

Die Hauptstadt Seoul als politisches und wirtschaftliches Zentrum fasziniert mit futuristischer Architektur, guten Restaurants und einem quirligen Nachtleben. Pflicht ist der Palastdistrikt, wo man nicht nur einen der fünf Königspaläste besuchen kann, sondern auch eine der zahlreichen Kunstgalerien oder Antiquitätenläden. Seoul ist Ausgangspunkt für zahlreiche Rundreisen und Tagesausflüge.

Eine Fahrt in den Norden zur demilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea ist nur über eine organisierte Tour möglich. Im Februar kann es im ganzen Land empfindlich kalt werden, die Temperaturen fallen oftmals weit unter null Grad. Lediglich im Süden, in der Metropole Busan und auf der Insel Jeju - die auch das Hawaii Südkoreas genannt wird - bleiben die Temperaturen über null.

Wie kann ich mich verständigen?

Mit Englisch kommt man in der Hauptstadt Seoul meistens recht gut klar. In ländlicheren Gegenden wird es jedoch schwierig. Hier helfen etwa verschiedene Übersetzer-Apps, zum Beispiel "Google Translate" , die sogar per Kamera aufgenommene koreanische Schriftzeichen einlesen und in Echtzeit übersetzen können. Aber Vorsicht - dabei können auch ab und an einmal kuriose Übersetzungen herauskommen.

Und da Höflichkeit in Korea so wichtig ist, hier eine kleine Liste einiger koreanischer Begriffe in Lautschrift:

  • Danke - gamsa-hamnida
  • Hallo - annyeong-haseyo
  • Auf Wiedersehen - annyeonghi
  • Bitte (als Frage) - juseyo
  • ja - ye/ne
  • nein - anio
  • Ich heiße... - je ireumeun... imnida
  • Ich spreche kein Koreanisch - Jeo-neun hangugeo-reul mot haeyo.

Ist Südkorea sicher?

Das Auswärtige Amt bezeichnet Korea auf seiner Website  als "vergleichsweise sicheres Reiseland". Die Spannungen mit Nordkorea würden die Sicherheitslage im Land nicht beeinträchtigen, heißt es. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich eine App des koreanischen Innenministeriums herunterladen, mit der man im Notfall die nächste Notunterkunft, Polizeistation oder Notaufnahme finden kann. Die "Emergency Ready App" ist für Apple - und Android -Geräte verfügbar.

Da in Südkorea gelegentlich Notfallübungen des Militärs simuliert werden, ertönen ab und an Sirenen, und der öffentliche Verkehr wird gestoppt. Koreaner sind das schon gewohnt und begeben sich freiwillig in die nächsten Notunterkünfte. Ausländer müssen zwar nicht an der Übung teilnehmen, sollten den Anweisungen jedoch trotzdem Folge leisten, heißt es beim Auswärtigen Amt.

kry