Superjachten-Ranking Käpt'n Protz

Wer hat die längste? Bei den Motorjachten der Superreichen ist das die entscheidende Frage. Das Magazin "Boote Exklusiv" hat jetzt die neue Rangliste der größten Jachten der Welt veröffentlicht.

Giovanni Romero/ TheYachtPhoto.com

Trotz ihrer Größe sind sie im Prinzip unsichtbar. Denn wann bekommt man schon einmal die prunkvollen Privatjachten von Milliardären zu Gesicht?

Jetzt gibt es die Gelegenheit dazu, denn das Fachmagazin "Boote Exklusiv" hat - wie alle zwei Jahre - die aktuelle Rangliste der größten Motorjachten der Welt veröffentlicht. 25 Neuzugänge haben das Top-200-Ranking deutlich verändert - und allein zehn der in den vergangenen zwei Jahren zu Wasser gelassenen Privatjachten waren länger als hundert Meter. Der Trend zum schwimmenden Gigantismus ist ungebrochen.

Beispielhaft zeigt sich das an der "Fulk Al Salamaht", die erst vor wenigen Monaten in Genua vom Stapel gelassen wurde und mit 164 Meter Länge gleich auf den zweiten Platz der Superjachten-Rangliste vorstößt. Das für den Sultan von Oman gebaute Schiff verfügt über acht Decks, eine 300-köpfige Crew, ein ansehnliches Autodeck und kann Tender bis zu 25 Meter aufnehmen.

Nicht minder beeindruckend ist die 156-Meter-Jacht "Dilbar", ebenfalls eine Neueinsteigerin, die auf der Lürssen-Werft in Bremen entstand und im aktuellen Ranking Platz fünf einnimmt. Das Schiff ist mit 15.917 BRT die mit Abstand voluminöseste Jacht der Welt.

Unter anderem hat die "Dilbar" ein Schwimmbad mit einem Fassungsvermögen von 180 Kubikmetern Wasser an Bord - noch nie wurde ein so großes Becken auf einer Jacht installiert. Der russische Eigner des Schiffes scheint ein leidenschaftlicher Schwimmer zu sein. "Was wir derzeit erleben, ist eine verstärkte Nachfrage nach Jachten mit speziellen Einsatzprofilen sowie innovativen Features", sagt Lürssen-Sprecher Oliver Grün.

Großes Kino und eigenes U-Boot

Natürlich haben die Jachten dieser Klasse, was Ausstattung und Größe betrifft, längst die Gewässer der Vernunft verlassen. Es gibt Schiffe mit Kinosaal und Squash-Court, mit Diskothek, Tonstudio oder Kunstgalerie.

Die wirklich großen Jachten haben zudem ein oder zwei Helikopter-Hangars an Bord, manche auch ein U-Boot, falls dem Eigner nach Abtauchen zumute ist. Und einige der Jachten, etwa die 116 Meter lange "Turama" auf Platz 23, können auch gechartert werden. In der Hauptsaison kostet ein Tag mit dem Schiff 90.000 Euro.

Ein Abklingen des Gigantismus im Superjacht-Sektor ist nicht absehbar. "Als sich die Unternehmensgruppe Lürssen Ende der Achtzigerjahre dazu entschlossen hatte, den Jachtbau zu intensivieren, zählten Jachten von mehr als 60 Metern zu den Ausnahmeerscheinungen", berichtet Werft-Sprecher Grün. "Eine Jacht mit einer Länge von 180 Metern, wie wir sie 2013 ausgeliefert haben, war noch vor 30 Jahren undenkbar. Insofern sind wir bei langfristigen Prognosen vorsichtig."

Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist der Wunsch nach immer neuen Jacht-Superlativen eine erfreuliche Entwicklung. Denn die hiesigen Werften und deren viele Hundert Zulieferbetriebe sind ein Zentrum des Luxusjachtbaus.

76 Schiffe des aktuellen Top-200-Rankings entstanden in deutschen Unternehmen. Spitzenreiter ist Lürssen mit 36 Jachten, gefolgt von Blohm+Voss und Abeking & Rasmussen mit je neun Schiffen in der Highend-Klasse.

Luxusjacht Glider "SS18" im Video: Schnellboot auf Stelzen

YouTube/NickStubbs


insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
fiftysomething 31.08.2016
1. Sicher
beißen jetzt einige Besitzer in die massive Tischkante aus lupenreinen Diamanten, weil Ihnen mit dem Ranking die gute Laune verdorben wird.
eunegin 31.08.2016
2. peinlich und mit schmutzigem Geld bezahlt
über Stil und Schönheit kann man streiten. Aber: an den Eigentümern kann man schon ablesen, woher das Geld stammt und wofür diese Menschen stehen.
Amadablam 31.08.2016
3. Beim Titelfoto...
...dachte ich als erstes an die "Bismarck" :-)
112211 31.08.2016
4. Früher - jetzt - Zukunft
Man mag einerseits der Lürssen-Werft gönnen, dass sie so eifrig Superjachten bauen. Andererseits bleibt einem das Lob im Halse stecken, wenn man sich anschaut, was die Lürssen-Werft noch so alles herstellt(e) ...
Oerscher 31.08.2016
5. Weiter so
Wir sollten uns über jede Superyacht freuen die in Deutschland gebaut wird. Damit sichern wir zahlreiche Arbeitsplätze bei Werften und Zulieferern. Durch Steuern auf Einkommen und Gewinne sicher wir auch öffentliche Projekte wie Kitas u.ä..
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