Surf&Rail Billige Online-Tickets sind rar

Fast jeder Bahnkunde hat diese Erfahrung gemacht: Schon Sekunden nach der Online-Freischaltung am Montagnachmittag sind die Surf&Rail-Tickets vergriffen. Doch nicht die stürmische Nachfrage hat Schuld - manchmal gibt es nur ein oder zwei oder drei, wie Bahn-Sprecher bestätigen.


Deutsche Bahn: "Auf beliebten Strecken stehen entsprechend weniger günstige Online-Tickets zur Verfügung"
DPA

Deutsche Bahn: "Auf beliebten Strecken stehen entsprechend weniger günstige Online-Tickets zur Verfügung"

Berlin/Stuttgart - Das "Surf&Rail"-Angebot war bei seiner Einführung als eine Art Trostpflaster gemeint, das die über die steigenden Ticketpreise empörten Kunden besänftigen sollte. Doch die Deutsche Bahn bietet bei ihren Internetbuchungen mitunter nur eine Hand voll Tickets für bundesweite Verbindungen an. Es komme vor, dass auf Strecken wie München-Berlin "nur ein, zwei oder drei Karten dieses Tarifs insgesamt zur Verfügung stehen", sagt eine Sprecherin des Online-Bahnservice am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp.

Dann seien bereits wenige Sekunden nach Freischaltung des Angebots die wenigen verfügbaren Tickets vergriffen. Jeweils am Montagnachmittag um 17 Uhr auf den Internetseiten der Bahn werden die ausgewählten Verbindungen bekannt gegeben und kosten 50 Euro.

Der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Hartmut Buyken, sagte: "Solche Angebote sind eine Mogelpackung, die wir in hohem Maße für unseriös halten." So etwas dürfe sich ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn nicht leisten.

Der Konzern wies die Kritik von Pro Bahn umgehend zurück. Von Begriffen wie "Mogelpackung" und "in hohem Maße unseriös" könne "keine Rede sein", betonte der Bahn-Sprecher Personenverkehr, Gunnar Meyer. "Das Platzkontingent für dieses besonders günstige Angebot richtet sich nach der Auslastung der Züge. In stark gebuchten Zügen, zum Beispiel am Freitagnachmittag oder Sonntagabend, können nur wenige oder keine 'SurfRail'-Tickets angeboten werden", so Meyer. In weniger stark ausgelasteten Zügen seien die Kontingente größer.

Nach Angaben von Bahn-Sprecher Achim Stauß seien grundsätzlich für die zehn Verbindungen in beiden Richtungen jeweils 1000 Karten, insgesamt also 20.000 Karten, verfügbar.

Bahncard nur noch im Abo

Zur Verärgerung führte in den letzten Wochen auch Schreiben der Bahn an die Kunden, dass sich ihre Bahncard automatisch um ein Jahr verlängert. Bei den seit der Änderung des Tarifsystems verkauften Karten handelt es sich nämlich um einen Abonnementvertrag. Vorher konnten die Kunden zwischen einem jährlichen Neuantrag oder einem Abonnement mit einjähriger Verlängerung wählen.

Bahncards: Verlängern sich automatisch
DPA

Bahncards: Verlängern sich automatisch

Laut Verbraucherzentralen ist vielen Kunden die Änderung im Kleingedruckten nicht aufgefallen. Sie seien von der automatischen Verlängerung ihrer Karte überrascht worden. Nun muss die Kündigung spätestens sechs Wochen vor Ablauf der Kartengültigkeit bei der Deutschen Bahn eingegangen sein.



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