Nahostkonflikt Lufthansa fliegt ab Samstag wieder nach Tel Aviv

Die Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin fliegen ab Samstag wieder den Flughafen Tel Aviv an. Noch Donnerstagnacht war unklar, wann die Airlines wieder im Krisengebiet landen - zu groß war die Angst vor Raketenangriffen.
Lufthansa-Maschine (Archivbild): Tel Aviv wird ab Samstag wieder angeflogen

Lufthansa-Maschine (Archivbild): Tel Aviv wird ab Samstag wieder angeflogen

Foto: STAFF/ REUTERS

Frankfurt - Trotz anhaltender Gefechte im Gazastreifen fliegen die Lufthansa und Air Berlin ab Samstag wieder Tel Aviv an. Auf der Basis der neuesten Informationen und einer eigenen Bewertung der Sicherheitslage vor Ort sei die Lufthansa zu der Entscheidung gekommen, den Ben-Gurion-Flughafen wieder anzufliegen, teilte Europas größte Airline mit.

Der Flugbetrieb werde ab Samstagmorgen schrittweise wieder aufgenommen. Bis alle Verbindungen von Lufthansa und den Tochtergesellschaften Germanwings, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines wieder planmäßig stattfinden, werde es aber noch mehrere Tage dauern. Noch in der Nacht auf Freitag war unklar gewesen, wann Lufthansa den Flugverkehr in das Krisengebiet wieder aufnimmt. Sobald der Schutz des Flughafens nachweislich gewährleistet sei, werde der Flugbetrieb wie gewohnt fortgeführt, hieß es zu diesem Zeitpunkt.

Auch Air Berlin nimmt die Flüge von und nach Tel Aviv ab Samstagmittag sukzessive wieder auf. Die Airberlin Group arbeite eng mit den Behörden zusammen und bewerte die Situation fortlaufend, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erst Freitagmittag hatte die radikalislamische Hamas versucht, einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Israels mit ihren Raketen zu erreichen. Nach eigenen Angaben hat sie drei Geschosse auf den Ben-Gurion-Flughafen nahe Tel Aviv abgefeuert. Der bewaffnete Ableger der Hamas, die Kassam-Brigaden, startete die Raketen vom Typ M75 nach seinen Angaben um 11.45 Uhr. Von israelischer Seite wurde die Attacke inzwischen bestätigt. Die Armee erklärte, zwei Raketen seien "über Tel Aviv" abgefangen worden.

"Viele deutsche Urlauber wollen raus aus dem Krisengebiet"

Die Lufthansa hat die Sicherheitslage vor Ort nach eigenen Angaben geprüft. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass es sicher ist, nach Tel Aviv zu fliegen. "Wir sind erleichtert, dass wir wieder zur flugplanmäßigen Bedienung der Strecken nach Tel Aviv zurückkehren können", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Dass es aufgrund der jüngsten Raketenbeschüsse zu Stornierungen kommen könnte, glaubt Thomas Jachnow, Pressesprecher der deutschen Airline, nicht. Im Gegenteil. Er rechnet eher mit Überbuchungen, sagte er SPIEGEL ONLINE: "Viele deutsche Urlauber wollen raus aus dem Krisengebiet und nach Hause. Viele Israelis, die von längeren Reisen kommen, wollen hingegen zurück in ihre Heimat - trotz Raketenangriffen."

Am Dienstag war eine Rakete in der Nähe des wichtigsten israelischen Flughafens eingeschlagen. Daraufhin hatten US- und EU-Behörden Flüge nach Tel Aviv untersagt. Dieses Verbot war bereits am Donnerstag wieder aufgehoben worden, dennoch hatte die Lufthansa auch für Freitag ihre Flüge in die israelische Metropole abgesagt. Andere Fluggesellschaften wie US Airways und Delta Air Lines hatten die Flüge dagegen bereits am Donnerstag wieder aufgenommen.

jkö/Reuters
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