Terrorgefahr Auswärtiges Amt rät von Mumbai-Reisen ab

Terrorgefahr in Mumbai: Das Auswärtige Amt hat seinen Sicherheitshinweis zu Indien verschärft. Mehrere deutsche Reiseveranstalter ändern nun ihr Programm - die Lufthansa dagegen will schon am Freitag wieder Flüge nach Mumbai anbieten.


Berlin/Frankfurt am Main - Von Reisen nach Mumbai wird nun "bis auf weiteres abgeraten", teilte heute das Auswärtige Amt in Berlin mit. Wer schon in der Metropole sei, sollte sich "in geschlossenen Räumen aufhalten, bis die lokalen Behörden die Lage für ausreichend sicher halten", empfiehlt das Ministerium in Berlin auf seiner Internet-Seite. Unterdessen kündigte die Lufthansa an, Mumbai an diesem Freitag wieder anzufliegen. Am Donnerstag hatte sie ihre Flüge von Frankfurt am Main und München aus ersatzlos gestrichen.

Zugleich teilten mehrere deutsche Reiseveranstalter mit, dass ihre Gäste in Mumbai unverletzt seien. "Alle unsere Indien-Gäste sind wohlauf", hieß es auf der Studiosus-Web-Seite. "Wir hatten Gäste, die im Taj-Mahal-Hotel untergebracht waren", sagte Ulrike Ostertag vom Asien-Spezialisten Tischler Reisen in Garmisch-Partenkirchen. Die Touristen seien in andere Hotels gebracht worden und sollen Mumbai nun so schnell wie möglich verlassen. Dertour und Meier's Weltreisen haben laut einer Sprecherin ebenfalls alle Mumbai-Gäste erreicht. Es gehe ihnen gut.

Bei der Lufthansa können Passagiere ihre Mumbai-Tickets jetzt bis zum 1. Dezember kostenlos stornieren oder auf andere indische Ziele umbuchen lassen. Trotz der Anschläge nimmt die deutsche Luftlinie bereits am Freitag ihre Flüge in die indische Finanzmetropole wieder auf. Eine am Mittwochabend nach Neu-Delhi umgeleitete Maschine werde im Laufe des Donnerstags über Mumbai nach Frankfurt zurückfliegen, hieß es. Das Flugzeug soll Passagiere und Lufthansa-Crewmitglieder nach Deutschland zurückbringen. In Frankfurt eintreffen soll die Boeing 747 im Laufe der Nacht.

Studiosus in München hat Mumbai-Aufenthalte ab sofort aus dem Programm genommen. Indien-Reisen mit Übernachtungen und Besichtigungsprogramm in der Stadt erhielten eine neue Route. Auch der Reisekonzern Thomas Cook in Oberursel (Hessen) leitete eine Reisegruppe um, für die am Freitag und Samstag ein Mumbai-Programm mit Stadtrundfahrt geplant war, sagte ein Unternehmenssprecher.

Für viele Indien-Urlauber ist Mumbai der Start- oder Endpunkt einer Rundreise, zum Teil mit einem Badeaufenthalt verbunden. Die Stadt selbst sei als touristisches Ziel weniger gefragt, sagte Dertour-Sprecherin Antje Günther. Gäste der TUI kamen bislang nur während sechsstündiger Umsteigeaufenthalte zu einem Abendessen nach Mumbai, sagte Firmensprecherin Anja Braun in Hannover - dieser Abstecher sei jetzt bis auf weiteres gestrichen worden.

sto/dpa

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