Terrorwarnung British Airways stellt Flüge nach Saudi-Arabien ein

Nach Terror-Warnungen hat Europas größte Fluggesellschaft British Airways alle Flüge nach Saudi-Arabien gestrichen. Das Verkehrsministerium erklärte, es habe "glaubwürdige Geheimdienstinformationen über eine ernsthafte Bedrohung" für die britische Luftfahrt erhalten.


Vorläufig ausgesetzt: Flüge der British Airways nach Riad und Dschidda
REUTERS

Vorläufig ausgesetzt: Flüge der British Airways nach Riad und Dschidda

London - Die Entscheidung sei nach einem Treffen mit Vertretern des Verkehrsministeriums gefallen, teilte das Unternehmen in London mit. Am Montag hatte die saudi-arabische Polizei zehn Terrorverdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf eine britische Einrichtung geplant haben sollen.

Am Dienstag wurden bei erneuten Gefechten mindestens vier Polizisten und ein mutmaßlicher Moslemextremist getötet. Nach Angaben der Behörden wurden fünf Männer verhaftet, während sieben weiteren die Flucht gelungen sei.

In Saudi-Arabien arbeiten neben zahlreichen anderen Ausländern rund 30.000 britische Staatsbürger. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, versuchte der für Sicherheit zuständige BA-Direktor Geoff Want allerdings zu beschwichtigen. British Airways ist die einzige britische Fluggesellschaft, die bisher Saudi-Arabien anflog. BA fliegt mehrmals die Woche nach Riad und Dschidda.

Seit bei Anschlägen in Riad am 12. Mai 26 Menschen getötet wurden, gehen die saudi-arabischen Behörden verstärkt gegen mutmaßliche Zellen des Terrornetzwerks al-Qaida vor. Das britische Außenministerium hat zuletzt am 6. August vor Reisen nach Saudi-Arabien gewarnt.

Seit den Flugzeuganschlägen vom 11. September 2001 in den USA sind die Sicherheitsmaßnahmen im internationalen Flugverkehr drastisch erhöht worden. Radikale Moslems haben in Saudi-Arabien immer wieder Attentate auf westliche Einrichtungen verübt. Im Mai waren bei Bombenanschlägen auf ein überwiegend von westlichen Ausländern bewohntes Stadtviertel in Riad 35 Menschen getötet worden.

Die Deutsche Lufthansa hält dagegen an ihren Flügen fest. Derzeit gebe es keine Erkenntnisse, dass deutsche Einrichtungen in Saudi-Arabien gefährdet seien, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow in Frankfurt. Die Lufthansa fliegt neun Mal die Woche nach Saudi-Arabien.

USA stellen Rotterdam Nuklear-Detektoren zur Verfügung

Unterdessen haben die Vereinigten Staaten angekündigt, im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus neue Detektoren für den Hafen von Rotterdam zu Verfügung zu stellen. Die Geräte sollen radioaktive Strahlung orten. US-Energieminister Spencer Abraham erklärte, das 2,7 Millionen Euro teure System werde jedes Jahr rund sechs Millionen Container prüfen. Damit würden die Bemühungen verstärkt, den illegalen Handel mit nuklearen Materialen zu stoppen.

Das Abkommen, das Abraham und der niederländische Staatssekretär für Finanzen Joop Wijn unterzeichneten, umfasst fest installierte und mobile Detektoren. Das US-Energieministerium stellt die Ausrüstung zur Verfügung, die in den kommenden Monaten in den Niederlanden eintreffen soll, wie aus US-Kreisen verlautete. Auch die Ausbildung an den Geräten werde von den Amerikanern übernommen.

Später wollen auch die Niederlande einen Beitrag lasten und das System ausdehnen, dessen Gesamtkosten zwischen 13,3 und 17,7 Millionen Euro betragen sollen.



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